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Bergwehen




Bergwehen
Monika Bittl
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN-10: 3426198010
ISBN-13: 978-3426198018
312 Seiten
18,00 Euro



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Rezension von Edelgard Kleefisch




Eine Hebamme entdeckt die Zusammenhänge von Hygiene und Sterblichkeit
Man schreibt das Jahr 1811. In München leitet die Oberhebamme Lucille Vinzenz eine Gebäranstalt. Sehr oft muss sie hilflos zusehen, wie die Frauen am Kindbettfieber sterben. Zu ihren Aufgaben zählt es auch ein Anstaltsbuch zu führen. Bei den Eintragungen macht sie eine Entdeckung. Immer wenn die Mediziner ihren Besuch in der Gebäranstalt abgehalten haben, stieg die Zahl der Todesfälle. Lucille ist sich sicher, dass mangelnde Hygiene die Ursache hierfür ist. Auch wenn sie ihre Theorie nicht belegen kann, so glaubt sie, dass kleine Tierchen von der Ärzten auf die Gebärenden übertragen werden. Heimlich beginnt sie mit der Arbeit an einem Buch. Eigentlich bleibt ihr nur nachts Zeit daran zu arbeiten, denn Lucille ist Witwe und muss sich auch noch um ihren kleinen Sohn kümmern.
Als sie Professor Aigner von der Hygiene-Therorie erzählt, lädt dieser sie ein einen Vortrag vor Ärzten in Landshut zu halten. Diese sind natürlich empört und verlangen, dass Lucille unverzüglich die Lizenz entzogen werden soll.
Hals über Kopf flieht Lucille daraufhin in ihr Heimatdorf. Ihr Vater, der im Sterben liegt, offenbart ihr ein lang gehütetes Geheimnis. Als sie sich auch noch in den Dorfarzt Denaro verliebt, gerät ihr Leben völlig durcheinander.


Fesselnder historischer Roman - eine starke Protagonistin
Bergwehen ist Monika Bittls zweiter Roman. Das Buch beginnt gleich mit dem Tod der Hebamme. Erst dann erfährt der Leser, warum die engagierte Hebamme sterben musste.
In vielen historischen Romanen dominieren Hebammen das Geschehen, in Bergwehen hat man jedoch nicht das Gefühl, dass es sich um ein abgedroschenes Thema handelt.
Das ungewöhnliche Schicksal dieser Frau, die man über 312 Seiten begleitet, berührt. Es entsteht das Bild einer klugen und starken Frau, die nach dem Tod ihres Mannes alles alleine bewältigen muss und dennoch unermüdlich für ihre Entdeckung kämpft, auch wenn ihr persönliches Glück dabei in den Hintergrund gerät. Insgesamt gibt das Buch einen sehr guten Eindruck von den Lebensumständen und Schwierigkeiten zu dieser Zeit, sowie Einblicke in die Medizingeschichte.

Fazit: Für Liebhaber dieses Genre - unbedingt lesenswert!


Autorenportrait:
1963 wurde Monika Bittl in einem kleinen Dorf im Altmühltal geboren. Sie hat Germanistik und Psychologie studiert und arbeitete lange Zeit als Journalistin. Seit 1992 schreibt sie als freie Autorin Drehbücher. 1996 erhielt sei für Sau sticht den Bayerischen Filmpreis. Heute lebt Monika Bittl mit ihrer Familie in München.


 

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