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Bisher unveröffentlichtes Interview der Zeitung für Süddeutschland mit Dr. Anton Glock im Frühsommer 2008:




Rainer C. Koppitz ist selbst ein Teil der spannenden Welt großer Konzerne, die er in seinem Roman „Machtrausch" kenntnisreich und packend beschreibt. Er arbeitet heute im Management eines großen deutschen High-Tech-Konzerns. Davor übte er leitende Funktionen bei IT- und Telekommunikationsunternehmen aus und war Partner einer Consulting-Firma.
Der Autor, geboren 1968, lebt mit Frau und Tochter in München.


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Bisher unveröffentlichtes Interview der Zeitung für Süddeutschland mit Dr. Anton Glock im Frühsommer 2008


VON RAINER C. KOPPITZ

ZS: Guten Morgen Herr Dr Glock, wie geht es Ihnen?

Danke, sehr gut. Sieht man das nicht? (weist mit ausladender Handbewegung auf sein Büro, eine Art großzügiges Atelier mit Blick auf den in der Sommermorgensonne gleißenden Starnberger See nahe München)

ZS: Bis vor drei Jahren waren Sie Strategiechef der Schuegraf AG, einem der größten deutschen Konzerne. Zum Zeitpunkt Ihres Ausscheidens 2005 hat es ein paar böse Gerüchte gegeben, dass interne Abteilungen Mitarbeiter bespitzelt haben und sogar in den Tod Ihres früheren Chefs, Herrn Röckl, verwickelt gewesen sein sollen ...

Ach wissen Sie, die Zeitungen schreiben so manches. Aber anders als in den gerade aktuellen Fällen bei der Telekom, bei Lidl und bei Siemens ist in dieser Sache doch nie irgendetwas bewiesen worden. Also wird vermutlich auch nichts gewesen sein. Wieso wärmen Sie diese ollen Kamellen auf? Lassen Sie uns lieber über meine heutige Arbeit als Unternehmensberater sprechen.

ZS: Ja, gerne. Gleich. -- Es heißt übrigens auch, dass seinerzeit einige jener Mitarbeiter, die nähere Kenntnisse von den Vorfällen hatten, durch gut bezahlte Führungsjobs oder eine saftige Abfindung ruhiggestellt worden sind. Sie auch?

Wie Sie sehen, habe ich mich entschieden, die Arbeit bei Schuegraf aufzugeben und lieber als selbständiger Berater mühsam mein Geld zu verdienen. Man hat mich durchaus bei Schuegraf halten wollen, aber das Verhältnis von Politik zu ergebnisorientiertem Arbeiten in einem großen Konzern ist eben nicht allzu befriedigend, so ...

ZS: ... wenn ich Sie da unterbrechen darf: Welche Position hat man Ihnen denn angeboten? Sie hatten ja erst einige Monate zuvor die Strategieleitung übernommen und galten als einer der vielversprechendsten Talente der Firma.

Danke für die Lorbeeren. Jetzt kann man ja offen darüber sprechen: Man hat mir die Leitung einer großen Landesgesellschaft angeboten. Aber meine Frau war gegen einen Umzug ins Ausland, hatte zu dem Zeitpunkt einen im Aufbau begriffenen Lebensmittelladen hier in München. Darum habe ich mich anders entschieden.

ZS: Und man hat Sie einfach so ziehen lassen?

Nein, natürlich nicht, aber damals wollte ich lieber etwas Eigenes aufbauen. Das hat man dann schon verstanden. „Reisende soll man nicht aufhalten", heisst es im Unternehmen so schön. Ich habe schon immer davon geträumt, eine Unternehmensberatung aufzubauen, eine, die wirklich und wirksam bei der Lösung von Problemen hilft und nicht nur Konzepte erstellt, die in tiefen, hölzernen Chefschreibtisch-Schubladen verschwinden aber ...

ZS: ... kommen wir doch noch mal auf den Tod Ihres Chefs, von Herrn Röckl zurück. Fanden Sie es nicht ein wenig merkwürdig, dass ein Familienmensch, der in seiner Gemeinde, der Kirche und in Vereinen fest verwurzelt war, eine gute Ehe führte und Zeit seines Lebens ein zufriedener und engagierter Angestellter bei Schuegraf war, wenige Monate vor seiner Pensionierung Selbstmord begeht, indem er aus seinem Büro im sechsten Stock springt???

Hören Sie, das ist alles Schnee von gestern! Röckl hat eben Sorgen gehabt, von denen keiner etwas wusste. Depressionen? Spielschulden? Eine Geliebte? Wer weiß das schon.

ZS: Die Polizei! Denn die hat damals den gesamten Hintergrund von Röckl durchleuchtet und hinterfragt und in dieser Hinsicht gar nichts gefunden. Keine Schulden, keine Geliebte und keinerlei Hinweise bei seinen Ärzten oder seiner Familie auf psychische Probleme. Hingegen soll Ihr Chef neben seiner Aufgabe als Strategieverantwortlicher auch der Leiter genau jener mysteriösen Hintergrund-Abteilung gewesen sein, die im Hintergrund Angestellte bespitzelte, Feinde des Unternehmens unter Druck setztet und dies alles jenseits von Gesetz und Ord ...

Schon mal was vom Konjunktiv gehört? Sie sollten journalistisch wenigstens den letzten Rest an Anstand wahren und diese zusammengereimten Geschichten mittels Konjunktiv relativieren!

ZS: Gerne! Wie wär`s damit: Ihrem damaliger Chef könnte seine eigene Sicherheits- und Geheimabteilung über den Kopf gewachsen sein. Es könnten Dinge geschehen sein, die er nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen glaubte. Er sah sich in der Verantwortung für Dinge, die er eben nicht mehr verantworten konnte. Und aus diesem Schlamassel könnte er die Konsequenzen gezogen und sich seiner Verantwortung final entzogen haben - durch den freiwilligen Sturz in die Tiefe.

Also doch Selbstmord, nur dass Sie sich ein dramatisches Krimimotiv ausgedacht haben. Sie machen sich lächerlich.

ZS: Vielleicht. Könnte aber auch sein, dass er zuviel wusste, man sich seiner bedingungslosen Loyalität nicht mehr sicher war und die Schergen seiner eigenen Abteilung auf höhere Anweisung bei dem Sprung etwas nachgeholfen haben!?

Blödsinn! Worüber reden wir hier eigentlich? Das hätte ich doch alles mitbekommen. Ich war immerhin sein Nachfolger und kann Ihnen versichern, dass das alles Räuberpistolen sind. Schuegraf ist ein konservativer, bis ins vorletzte Jahrhundert zurückreichender, etwas angestaubter und langweiliger Konzern, bei dem die spannendste Frage ist, wer welche Parkberechtigung bekommt und ob die Einkaufsleiterin etwas mit ihrem jungen Assistenten hat.

ZS: Jaja, genauso langweilig und wertkonservativ wie Siemens, die Telekom und all die anderen Konzerne, deren Manager derzeit vor Gericht stehen wegen Korruption, Veruntreuung, Bespitzelung der Mitarbeiter, der Auswertung von Telefonverbindungen, der Bestechung des Betriebsrates, der Steuerhinterziehung - soll ich weitermachen?

Nein, denn entweder Sie kommen jetzt auf unser eigentliches Thema, meine Unternehmensberatung, zu sprechen oder wir brechen das Gespräch jetzt ab.

ZS: Okay. Kein Problem. Darum sind wir ja hier. Ihre Unternehmensberatung sitzt in toller Lage direkt am Starnberger See, Sie haben in wenigen Jahren fast dreissig Mitarbeiter eingestellt und der Laden scheint gut zu laufen. Kein Wunder, denn Ihre ehemaligen Kollegen munkeln, Sie würden zu neunzig Prozent für die Schuegraf AG arbeiten und ungewöhnlich hohe Tagessätze bekommen. Stimmt das?

Es reicht! Endgültig! Ich würde Sie herzlich bitten, jetzt zu gehen, und ich untersage Ihnen hiermit auch nachdrücklich , unser Gespräch zu drucken. Andernfalls schalte ich meinen Rechtsbeistand ein. Schalten Sie bitte das Diktiergerät aus (steht auf und macht einen drohenden Schritt auf den Gesprächspartner und das eingeschaltete Taschendiktiergerät zu)

ZS: Verstehe. Schade, ich hätte gerne etwas Aufklärung in diese dunkle Seite der Schuegraf AG gebracht. Zum Abschluß eine private Frage: Warum hat sich Ihre Frau Barbara unmittelbar nach Ihrem Verlassen der Schuegraf AG von Ihnen scheiden lassen? Hat es fast zeitgleich zu Röckls Tod nicht auch einen eigenartigen Überfall auf ihren Bio-Laden gegeben, bei der man einer Freundin einen Finger abgeschn...

(Ende der Aufnahme)




Veröffentlichung:

Machtrausch
Verlag: Gmeiner
ISBN-10: 3899776429
ISBN-13: 978-3899776423
325 Seiten
9,90 Euro




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Klappentext:

Anton Glock ist auf dem Weg nach oben. Als man ihm anbietet, die Leitung der zentralen Strategieabteilung eines großen Münchner Konzerns, der Schuegraf AG, zu übernehmen, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Eine Bekannte wird brutal verstümmelt, sein Vorgesetzter begeht Selbstmord und er erhält mysteriöse Drohbotschaften. - Der ehrgeizige Glock muss feststellen, dass in seinem neuen Verantwortungsbereich geheime Abteilungen existieren, die auf keinem Organisationsplan erscheinen. Er versucht, die Vorkommnisse zu verstehen und dringt dabei tief in die Strukturen und inoffiziellen Netzwerke des Konzerns ein, den er bisher so gut zu kennen geglaubt hatte …


Stimmen zum Buch:

„Organisiertes Geschäftemachen und Organisiertes Verbrechen liegen oft gefährlich nahe beieinander. Rainer C. Koppitz versteht zumindest von einem sehr viel. Oder von beidem? Kompetente Wirtschaftsthriller braucht das Land - ‚Machtrausch' ist einer."
(Thomas Wörtche, Krimikritiker)

„Ich habe die Lektüre von ‚Machtrausch' wirklich genossen. Ein intelligenter, plausibler und rasant erzählter Wirtschaftskrimi, ungemein spannend und sehr unterhaltsam!"
(Juliane Hansen, UNDER-COVER Krimi & Hörbuch, Stuttgart)

„... von Anfang bis Ende so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann."
(Krimi-Forum.de)

„... eine spannende Geschichte von Aufstieg und Fall, Gier und Skrupellosigkeit, Intrige und Mord ..."
(Andrea Fischer, Krimikritikerin (Der Tagesspiegel))

„... Glock agiert in ‚Machtrausch' wie in einem Managementspiel. Besonders spannend ist seine Technik von Drohen und Erpressen vorgeführt ..."
(Tobias Gohlis, Krimikritiker (Die Welt))

„... Überzeugend und absolut spannnend, dieser Wirtschaftskrimi von Rainer C. Koppitz!"
(Dorothea Puschmann, criminalis - Magazin für Krimifreunde)

„... Autor Koppitz kennt sich aus ... Sein spannender Thriller aus der Unterwelt des Kapitals ist absolut lesenswert."
(Handelsblatt)


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