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Bratkartoffeln oder die Wege des Herrn




Bratkartoffeln oder die Wege des Herrn
Horst Bosetzky
Verlag: Jaron Verlag
ISBN-10: 3897735717
ISBN-13: 978-3897735712
352 Seiten
19,90 Euro




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Rezension von Romy Bigalke

Horst Bosetzky, emiritierter Soziologieprofessor und Schriftsteller ist Verfasser einer Berliner Familiensaga, die mit diesem Band ihren Abschluss findet. „Bratkartoffeln oder die Wege des Herrn" zeigt das Leben Manfred Matuschewskis im 21. Jahrhundert. Als emiritierter Professor lebt Matuschewski in einer Altbauwohnung in Berlin-Wilmersdorf. Sein drittes Kind wird gerade eingeschult und Manfred ist in seinem eigenen Forschungsinstitut „FORMAT" tätig. Das Büro befindet sich im Hinterhaus des Hauses, in dem Matuschewskis wohnen. So hat der zu Beginn des Buches 64-jährige Hausmann und Soziologe einen kurzen Arbeitsweg.

Vieles passiert in den Jahren. Der Held der Geschichte hilft einem Taxifahrer bei der Gründung seines Bratkartoffellokals, feiert viele Familienfeste, geht weiterhin in der Mark Brandenburg wandern, verliert einige seiner Freunde und gewinnt neue dazu. Die dramatischsten Ereignisse sind aber folgende: Manfred Matuschewski lässt sich aufgrund immer wiederkehrender Koliken operieren. Dabei wird ein Hautgeschwür entdeckt. In einer weiteren OP wird es entnommen und Krebs diagnostiziert. Eine schwere Zeit beginnt für Manfred. Untersuchungen folgen, die Frage nach der Streuung von Metastasen wird gestellt. Letzten Endes hat er Glück gehabt - davongekommen. Nun treibt er viel Sport und sein Sohn nimmt ihn mit zu einer Paddeltour auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Paddeln - seine liebste Sportart. An dieser Stelle des Buches wird klar, dass Manfred Matuschewski nicht mehr 20 Jahre alt ist. Er ist nicht mehr so ausdauernd wie früher. Die Krankheit und das Alter hinterlassen ihre Spuren. Auch die Mutter des Helden der Geschichte lebt noch. Aber auch Margot Matuschewski wird älter und braucht mittlerweile eine Haushaltshilfe. Die Familie kümmert sich liebevoll um ihre Mutter beziehungsweise Oma. Zum Ende des Buches wird es noch einmal dramatisch. Oma Matuschewski stürzt und soll ein künstliches Hüftgelenk erhalten. Eine OP steht an. Manfred und seine große Tochter Larissa begleiten sie zur Operation und warten dann gemeinsam. Angst steigt in beiden auf und am Bett der Margot Matuschewski fließen nach deren Erwachen aus der Narkose Freudentränen. Nun kann ihr 95. Geburtstag gefeiert werden.

Das letzte Buch der Familiengeschichte ist gleichzeitig von Humor und Melancholie geprägt. Die zum großen Teil autobiographischen Erlebnisse werden mit Berliner Charme beschrieben. Detaillierte Beobachtungen laden wieder einmal zum Schmunzeln ein. Der Leser wird in diesem Band aber auch mit dem Alterungsprozess konfrontiert. Die optimistische Schreibweise des Autors zeigt allerdings, dass Altern zum Leben dazu gehört. Er scheint diesen Prozess in sein Leben integriert zu haben. Verabschieden wir uns mit diesem Buch von Familie Matuschewski, die wir über mehrere Jahrhunderte begleiten durften. Danke für die wundervolle Darstellung einer Familiengeschichte.




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