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Das Rätsel Schlaf: Gedanken und Tipps

 

Peter Spork, geboren 1965, studierte Biologie und promovierte im Bereich der Neurobiologie. Seit 1991 arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist für viele deutschsprachige Zeitungen und Magazine. Er schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene und hält populärwissenschaftliche Vorträge. Sein aktuellstes Werk heißt „Das Schlafbuch" und beschäftigt sich mit den neuesten Erkenntnissen der Schlafforschung.

Zur Internetseite von www.peter-spork.de




Das Rätsel Schlaf: Gedanken und Tipps

VON PETER SPORK

Die Zeiten, als die Menschen den Schlaf für einen vorübergehenden, kleinen Tod hielten, sind vorbei. Dank moderner Wissenschaft ist klar: Der Schlaf gehört genauso zum Leben wie die Wachheit. Keiner der beiden Bewusstseinszustände wäre ohne den anderen denkbar. Wir schlafen, damit wir wach sein können - und vermutlich wachen wir auch, damit wir schlafen können. Mein neues Buch Das Schlafbuch zeichnet ein hochaktuelles Bild der Schlafforschung. Die dunkle Seite unserer Existenz gibt allmählich ihre Geheimnisse preis.



Schlafen: ein Segen
Wer gut schlafen kann, genießt ihn jeden Abend, diesen wohligen Dämmerzustand kurz vor dem Einschlafen. Diesen Moment, wenn das Zeitgefühl davon gleitet, sich Entspannung breit macht, die Last des Alltags federleicht wird und die Grenze zwischen Innen- und Außenwelt verwischt. Was folgt ist ein Segen für Körper und Geist: Schlafen wir gut, sind wir anschließend gesünder, ausgeruhter, schlauer und viel besser gelaunt.

Tipp: Machen Sie es sich im Schlafzimmer so gemütlich wie möglich und sorgen Sie für reichlich einschlaffördernde Entspannung. Denn Schlafen ist ein Genuss!

Schlafen: ein Rätsel
„Es ist wahrscheinlich die größte offene Frage der Biologie", sagte der Chicagoer Schlafforscher Allan Rechtschaffen zum Jahrtausende alten Rätsel nach dem Sinn des Schlafs: Warum verbringen wir ein Drittel unseres Lebens in einem passiven, unproduktiven, weitgehend schutzlosen Zustand? Forscher sind der Lösung inzwischen viel näher gekommen. Es scheint, als brauche vor allem unser komplexes Nervensystem den Schlaf. Wir schlafen für das Gehirn, für unsere Erinnerungen, für unser Bewusstsein.

Tipp: Achten Sie schon einige Tage vor wichtigen Terminen darauf, zeitig zu Bett zu gehen und morgens auch mal so richtig auszuschlafen. Dann werden Sie im entscheidenden Moment leistungsfähiger sein.

Schlafen: ein Heilmittel
Dass wir uns gesund schlafen können, ist keine Mär. Im Tiefschlaf schüttet der Körper Wachstumshormon aus. Es lässt Wunden heilen und Organe regenerieren. Zugleich trainiert das Immunsystem für die Bekämpfung zukünftiger Krankheiten und das hochkomplexe Stoffwechselgefüge kommt zur Ruhe. Nach ein paar Stunden Schlaf beginnt unser Körper den neuen Tag mit einer fein austarierten, aufgefrischten Physiologie.

Tipp: Gerade Ihren Kindern sollten Sie so viel Schlaf wie möglich gönnen. Das im Schlaf ausgeschüttete Wachstumshormon sorgt nämlich auch dafür, dass die Kleinen rasch größer werden.

Schlafen: ein Fitnesstrainer
Gesunde junge Menschen, die sechs Nächte lang zu kurz schlafen, haben Blutwerte wie Alte mit einem hohen Risiko für Diabetes oder Herzinfarkt. „Eine Schlafschuld dürfte den Schweregrad chronischer Alterskrankheiten verstärken", bilanziert die Belgierin Karine Spiegel, die das Phänomen einst entdeckte. Anders gesagt: Wer zu wenig schläft, wird schneller alt.

Tipp: Auch beim Abnehmen scheint ausreichender Schlaf zu helfen. Viele Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Übergewicht hin - vermutlich, weil mehr appetitfördernde Hormone im Blut zirkulieren wenn wir unausgeschlafen sind.

Schlafen: ein Schlaumacher
Das Gehirn ist im Schlaf fast genauso aktiv wie beim Wachen. Kein Wunder, denn es hat eine Menge zu tun: Es sortiert und gewichtet die Eindrücke des Tages. Uninteressantes wirft es weg, Wichtiges trainiert es virtuell. Dadurch können wir viele Dinge besser, wenn wir geschlafen haben und so manches Problem löst sich über Nacht in Wohlgefallen auf.

Tipp: Rollen Sie mittags im Büro die Isomatte aus oder legen Sie die Füße für ein kurzes Schläfchen auf den Tisch. Schon ein zehnminütiger „Power-Nap" steigert Ihre Leistungsfähigkeit und hilft Ihrem Denkorgan, Kopfnüsse des Vormittags zu knacken.

Schlafen: ein Muss
Es besteht kein Zweifel: Schlaf ist lebenswichtig. Fliegen schlafen. Würmer schlafen. Versuchstiere, die nicht schlafen dürfen, sterben binnen zwei bis drei Wochen. Und schwimmende Delfine oder wandernde Vögel, die eigentlich gar kein Nickerchen nehmen dürften, schlafen immerhin halb - mit einer Hirnhälfte.

Tipp: Wenn Sie das Gefühl haben, Sie schlafen zu wenig, etwa weil Sie Feiertags nicht aus den Federn kommen, machen Sie im Urlaub eine Schlafkur. Stellen Sie zwei Wochen lang keinen Wecker und schlafen immer aus. Danach geht es Ihnen garantiert besser und Sie kennen Ihr individuelles Schlafbedürfnis, an das Sie sich von nun an halten sollten.

Schlafen Sie gut!
Nach gut 80 Jahren Schlafforschung ist endlich klar, wie wichtig der rätselhafte Zustand ist, in dem unser Wachbewusstsein abgeschaltet ist. Deshalb müssen wir dem Beschleunigungswahn der Gegenwart ein Recht auf Regeneration entgegensetzen. Niemand verlangt, dass wir leben, um zu schlafen. Aber wir sollten uns die Zeit nehmen, ausreichend zu schlafen, um besser zu leben.

Tipp: Plädieren Sie wie ich aus Überzeugung für mehr Pausen, einen späteren Schulbeginn, flexiblere Arbeitszeiten, eine Abschaffung der Sommerzeit und die vielen anderen Schlafräuber unserer Zeit.



Veröffentlichungen:


Das Schlafbuch
Verlag: Rowohlt
ISBN-10: 3498063871
ISBN-13: 978-3498063870
320 Seiten
19,90 Euro



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Wer nicht schläft, wird dumm!
Warum schlafen wir? Und was passiert, wenn wir zu wenig schlafen? Können wir im Schlaf lernen? Peter Spork ist ins Schlaflabor gegangen und hat mit Wissenschaftlern gesprochen. Sein Buch löst das große Rätsel Schlaf und gibt wertvolle Tipps gegen die häufigsten Schlafstörungen.


 

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