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Die Totenleserin von Ariana Franklin

Die Totenleserin
Die Totenleserin
Ariana Franklin
Verlag: Droemer
ISBN-10: 3426197391
477 Seiten



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Klappentext:
Totenleserin Cambridge 1171: Um entsetzliche Kindermorde aufzuklären, wird aus Salerno ein Totenarzt nach Cambridge gerufen - auch wenn diese Kunst alles andere als gottgefällig ist. Keiner ahnt, dass es sich dabei um eine junge Frau handelt, die Beste ihres Fachs. Mit ihrer direkten Art, Aberglauben und Vorurteilen entgegenzutreten, irritiert sie die Mächtigsten der Stadt. Auch den Steuereintreiber des Königs verwirrt Adelia, jedoch aus ganz anderen Gründen…..

Trailer zum Buch


Rezension von Edelgard Kleefisch

Cambridge im Jahre 1171. Die grausig zugerichtete Leiche eines kleinen Jungen wird gefunden. Alles deutet darauf hin, dass er gekreuzigt wurde. Man hat auch schon gleich in der jüdischen Bevölkerung die Schuldigen ausgemacht. Heinrich II. glaubt nicht, dass die Juden hierfür verantwortlich sein sollen und bittet seinen Vetter, den normannischen König von Sizilien und Süditalien um Hilfe. Adelia, die durch das Sezieren von Schweinen und Menschen zur „Meisterin in der Kunst des Todes“ an der berühmten Medizinschule von Salerno ausgebildet wurde, wird vom König von Sizilien beauftragt, die Todesursache bei einem ermordeten Jungen aus Cambridge festzustellen und bei den Ermittlungen zu helfen. Weitere Kinder werden noch vermisst. Auf dieser geheimen Mission wird sie von dem Eunuchen Mansur, ihrem Leibwächter und Simon, ihrem Ziehvater begleitet.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in das Geschehen zu finden, ist man doch überrascht, wie stetig die Handlung fortschreitet und der Roman sich nach und nach kurzweilig entwickelt. Der Erzählstil wird lebhaft und sehr informativ, auch wenn hin und wieder der Eindruck entsteht, dass die Autorin sich nicht immer an historische Fakten gehalten hat, so ist er doch sehr gut recherchiert. Man mag kaum glauben, dass im 12. Jahrhundert Frauen an wissenschaftlichen Schulen zugelassen waren. An der in 900 gegründeten Medizinschule in Salerno gab es tatsächlich weibliche Studentinnen. Auch bei den von Adelia gestellten Diagnosen wie Malaria und Cholera gerät man in Zweifel. In Nachschlagewerken findet man jedoch, dass die Malaria bereits bekannt war. Hinsichtlich der Cholera geht man hier erst von der Entdeckung im Jahre 1854 aus. Diese Diskrepanz mag aber an der Recherchequelle liegen. „Die Totenleserin“ ist Ariana Franklins erster und hoffentlich nicht letzter Roman dieses Genre, das sie sehr gut zu beherrschen scheint.

Fazit: „Die Totenleserin“ erzählt die spannende Geschichte einer Pathologin im Mittelalter. Anfängliche Abstriche in Stil und Inhalt lassen darüber hinweg sehen, dass sich das Buch nach und nach doch noch zu einem gut gelungenen historischen Roman entwickelt.


Leseprobe

Mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Droemer/Knaur.
http://www.droemer-knaur.de/
In Dover wurde ein alter Mann hastig durch eine Burg geführt, schneller, als es sein Rheuma erlaubte. Es war eine riesige Burg, sehr kalt, und in ihren Mauern hallten wilde Geräusche. Trotz seiner raschen Schritte blieb dem alten Mann kalt – denn er hatte Angst. Der Hofmeister brachte ihn zu einem Mann, der allen Angst machte.

Sie gingen über lange, steinerne Korridore, mitunter an offenen Türen vorbei, aus denen Licht und Wärme, Stimmengewirr und die Klänge einer Gambe drangen, und an anderen, die geschlossen waren und hinter denen nach der Vorstellung des alten Mannes gottlose Dinge geschahen.

Burgdiener, die nicht schnell genug auswichen, wurden rüde beiseite gestoßen, und so zogen die beiden Männer in ihrer Hast eine Spur von zu Boden gefallenen Tabletts, umgekippten Nachttöpfen und unterdrückten Schmerzensschreien hinter sich her.

Eine letzte Wendeltreppe, und sie gelangten auf eine lange Galerie mit einer Reihe von Schreibtischen an der Wand und einem wuchtigen Tisch in der Mitte. Die mit grünem Filz ähnlichem Stoff bezogene Tischplatte war in Quadrate eingeteilt, auf denen unterschiedlich große Häufchen von Zählperlen lagen. Dreißig oder noch mehr Schreiber erfüllten den Raum mit dem Kratzen von Federn auf Papier. Bunte Kugeln flirrten und klickten auf den Drähten ihrer Abakusse hin und her, so dass es sich anhörte wie auf einem Feld mit emsigen Grillen.

Der einzige untätige Mensch im ganzen Raum war ein Mann, der auf einer Fensterbank saß.

»Aaron aus Lincoln, Mylord«, verkündete der Hofmeister.

Aaron aus Lincoln sank auf ein schmerzendes Knie und berührte die Stirn mit den Fingern der rechten Hand, die er sodann mit der Handfläche nach oben ausstreckte, um dem Mann auf der Fensterbank seine Ehrerbietung zu zeigen.

»Wisst Ihr, was das da ist?«

Aaron blickte unbeholfen nach hinten auf den riesigen Tisch, antwortete aber nicht. Er wusste, was es war, doch die Frage des Königs war rein rhetorisch gewesen.

»Jedenfalls kein Spieltisch, so viel steht fest«, sagte Henry II.

»Das ist meine Staatskasse. Die Quadrate verkörpern meine englischen Countys, und die Zählperlen darauf zeigen, wie viel Abgaben sie an das königliche Schatzamt zahlen müssen. Steht auf.«

Er zog den alten Mann hoch, führte ihn zum Tisch und zeigte auf eines der Quadrate. »Das ist Cambridgeshire.« Er ließ Aaron los. »Unter Einsatz Eures beträchtlichen finanziellen Sachverstandes, Aaron, was schätzt Ihr, wie viele Perlen liegen da wohl?«

»Nicht genug, Mylord?«

»Wahrhaftig nicht«, sagte Henry. »Cambridge ist ein einträgliches County – normalerweise. Ein bisschen flach, aber es bringt stattliche Mengen an Korn und Vieh hervor und zahlt pünktlich an das Schatzamt – normalerweise. Auch seine große jüdische Bevölkerung zahlt pünktlich an das Schatzamt – normalerweise.

Würdet Ihr sagen, dass die Anzahl der Zählperlen, die im Augenblick da liegen, keine wahrheitsgetreue Darstellung seines Wohlstands ist?«

Wieder gab der alte Mann keine Antwort.

»Und warum ist das so?«, fragte Henry.

Aaron sagte matt: »Ich denke mir, wegen der Kinder, Mylord. Der Tod von Kindern ist immer bedauerlich …«

»Fürwahr.« Henry hievte sich auf die Tischkante und ließ die Beine baumeln. »Und wenn er sich noch dazu auf die Wirtschaft auswirkt, dann ist er eine Katastrophe. Die Bauern von Cambridge sind im Aufstand, und die Juden sind … wo sind sie?«

»Sie haben in der dortigen Burg Zuflucht gesucht, Mylord.«

»In dem, was davon übrig ist«, bestätigte Henry. »Ja, das haben sie, wahrhaftig. In meiner Burg. Wo sie von meiner Mildtätigkeit leben, mein Essen essen und es gleich an Ort und Stelle wieder ausscheißen, weil sie Angst haben, die Burg zu verlassen.

Und das alles bedeutet, dass sie mir kein Geld einbringen, Aaron.«

»Nein, Mylord.«

»Und die aufgebrachten Bauern haben den Ostturm niedergebrannt, in dem sich das Verzeichnis sämtlicher Schulden an die Juden und damit an mich befindet – ganz zu schweigen von den Steuerverzeichnissen –, weil sie glauben, dass die Juden ihre Kinder quälen und töten.«

Zum ersten Mal ertönte zwischen den Hinrichtungstrommeln im Kopf des Alten eine Pfeife der Hoffnung. »Aber Ihr nicht, Mylord?«

»Was nicht?«

»Glaubt Ihr nicht, dass die Juden die Kinder töten?«

»Ich weiß es nicht, Aaron«, sagte der König leichthin. Ohne den alten Mann aus den Augen zu lassen, hob er eine Hand. Ein Schreiber kam angelaufen und schob ein Stück Pergament hinein. »Hier habe ich einen Bericht von einem gewissen Roger aus Acton. Darin heißt es, dass das ein regelmäßiger Brauch bei euch ist. Laut dem wackeren Roger foltern die Juden zu Ostern mindestens ein Christenkind zu Tode, indem sie es in ein Fass stecken, das innen mit Nägeln gespickt ist. Das haben sie schon immer getan und werden es auch weiterhin tun.«

Er blickte kurz auf das Pergament. »›Sie stecken das Kind in das Fass und schließen den Deckel, so dass die Nägel ihm ins Fleisch dringen. Dann fangen diese Teufel das herausrinnende Blut in Behältnissen auf, um es in ihr rituelles Backwerk zu mischen.‹«

Henry II blickte auf: »Nicht sehr angenehm, Aaron.« Er konsultierte wieder das Pergament. »Oh, und lachen tut ihr auch noch dabei.«

»Ihr wisst, dass das nicht wahr ist, Mylord.«

Der König nahm den Einwurf des Alten so wenig zur Kenntnis, als wäre er nur ein weiteres Klicken auf einem Abakus gewesen.

»Aber dieses Jahr Ostern, Aaron, dieses Jahr Ostern habt ihr begonnen, sie zu kreuzigen. Jedenfalls behauptet unser wackerer Roger aus Acton, dass man das Kind, das gefunden wurde, gekreuzigt hat – wie hieß das Kind noch gleich?«

»Peter aus Trumpington, Mylord«, antwortete der Oberschreiber prompt.

»Dass Peter aus Trumpington gekreuzigt wurde und dass daher vermutlich auch die anderen zwei vermissten Kinder das gleiche Schicksal ereilt hat. Kreuzigung, Aaron.« Der König sprach das ungeheure und schreckliche Wort ganz sanft aus, aber es hallte die kalte Galerie entlang und gewann auf seinem Weg mehr und mehr an Kraft. »Es gibt bereits Bestrebungen, den kleinen Peter zum Heiligen zu machen, als hätten wir nicht schon genug davon. Bis jetzt werden zwei Kinder vermisst, und ein ausgebluteter, zerfetzter kleiner Körper wurde in meinem Sumpfland gefunden, Aaron. Das ist ziemlich viel Backwerk.«

Henry sprang vom Tisch, schritt die Galerie entlang und ließ, dicht gefolgt von dem alten Mann, das Feld mit den Grillen hinter sich. Der König zog einen Hocker unter einem Fenster hervor und stieß ihn mit dem Fuß in Aarons Richtung. »Setzt Euch.«

Auf dieser Seite war es ruhiger. Feuchtkalte Luft drang durch die unverglasten Fenster herein und ließ den alten Mann frösteln.

Aaron war der eleganter Gekleidete der beiden. Henry II sah aus wie ein Jäger mit einem Hang zur Nachlässigkeit. Die Höflinge seiner Königin salbten sich das Haar mit Ölen und dufteten nach Blumenessenzen, doch Henry roch nach Pferd und Schweiß. Seine Hände waren ledrig, sein rotes Haar kurz geschoren und sein Kopf so rund wie eine Kanonenkugel. Und doch, so dachte Aaron, sah jeder in ihm sogleich den, der er war: Gebieter über ein Reich, das sich von den Grenzen Schottlands bis zu den Pyrenäen erstreckte.

Aaron liebte ihn beinahe und hätte ihn wirklich lieben können, wenn der Mann nicht so erschreckend unberechenbar gewesen wäre. Wenn der König in Wut geriet, biss er in Teppiche, und Menschen starben.

»Gott hasst euch Juden, Aaron«, sagte Henry. »Ihr habt Seinen Sohn getötet.«

Aaron schloss die Augen und wartete.

»Und Gott hasst mich.«

Aaron öffnete die Augen.

Die Stimme des Königs erhob sich zu einem Klagegesang, der die Galerie wie eine Posaune der Verzweifl ung erfüllte. »Gütiger Gott, vergib diesem unglückseligen und reuigen König. Du weißt, dass Thomas Becket sich mir in allem widersetzt hat, so dass ich in meiner Raserei seinen Tod herbeiwünschte. Peccavi, peccavi, denn einige Ritter missverstanden meinen Zorn, sie brachen auf und töteten ihn, mir zum Gefallen. Für diese Missetat hast Du in Deiner Gerechtigkeit Dein Antlitz von mir abgewendet. Ich bin ein Wurm, mea culpa, mea culpa, mea culpa. Ich winde mich in Deinem Zorn, während Erzbischof Thomas eingegangen ist in Deine Herrlichkeit und sitzet zur Rechten Deines barmherzigen Sohnes Jesus Christus.«

Gesichter wandten sich ihnen zu. Schreibfedern verharrten über Zahlenkolonnen, Abakusse standen still. Henry hörte auf, sich auf die Brust zu schlagen. Im Plauderton sagte er: »Und ich könnte mir denken, dass er dem Herrn genauso auf den Sack geht wie mir.« Er beugte sich vor, legte Aaron aus Lincoln einen Finger unter das Kinn und hob es sachte an. »In dem Augenblick, als diese Bastarde Becket erschlugen, bin ich verwundbar geworden. Die Kirche sinnt auf Rache, sie will meine Leber, warm und dampfend, sie will Wiedergutmachung und muss sie bekommen, und unter anderem verlangt sie etwas, was sie schon immer verlangt hat, nämlich die Vertreibung der Juden aus der Christenheit.«

Die Schreiber hatten sich wieder ihrer Arbeit zugewandt.

Der König wedelte mit dem Dokument in seiner Hand vor der Nase des Juden. »Das ist eine Petition, Aaron, mit der Forderung, alle Juden aus meinem Reich zu vertreiben. In diesem Augenblick ist eine Abschrift, gleichfalls von Master Acton verfasst, mögen die Höllenhunde seine Eier fressen, auf dem Weg zum Papst. Das ermordete Kind in Cambridge und die beiden vermissten sollen als Vorwand dienen, um die Vertreibung Eures Volkes zu verlangen, und jetzt, wo Becket tot ist, werde ich mich dem nicht widersetzen können, denn sonst wird sich Seine Heiligkeit dazu überreden lassen, mich zu exkommunizieren und über mein gesamtes Königreich das Interdikt zu verhängen. Versteht Ihr, was ein Interdikt bedeutet? Das Königreich wird zurück in die Dunkelheit gestoßen, Neugeborenen wird die Taufe verweigert, es gibt keine kirchlichen Trauungen mehr, die Toten bleiben ohne den Segen der Kirche unbestattet.

Und jeder kleine Hosenscheißer kann mein Recht als Herrscher in Frage stellen.«

Henry stand auf und schritt auf und ab, blieb dann stehen, um die Ecke eines Wandteppichs gerade zu zupfen, die der Wind umgeschlagen hatte. Mit dem Rücken zu Aaron stehend, sagte er: »Bin ich nicht ein guter König, Aaron?«

»Das seid Ihr, Mylord.« Die richtige Antwort. Und die Wahrheit.

»Und bin ich nicht gut zu den Juden, Aaron?«

»Das seid Ihr, Mylord. Wahrlich, das seid Ihr.« Wieder die Wahrheit. Henry besteuerte die Juden, wie ein Bauer seine Kühe molk, und doch war kein anderer Monarch auf Erden ihnen gegenüber gerechter oder sorgte in seinem engen kleinen Königreich für so viel Ordnung, dass die Juden hier sicherer waren als fast in jedem anderen Land der bekannten Welt. Aus Frankreich, Spanien, aus den Kreuzzugsländern, aus Russland kamen sie her, um die Privilegien und die Sicherheit zu genießen, die das England des Plantagenets ihnen bot.

Wohin könnten wir gehen, dachte Aaron. Herr, Herr, schicke uns nicht zurück in die Wüste. Wenn wir unser Gelobtes Land nicht mehr haben können, dann lass uns zumindest unter diesem Pharao leben, der uns schützt.

Henry nickte. »Wucherei ist eine Sünde, Aaron. Die Kirche missbilligt sie, lässt nicht zu, dass Christen ihre Seele damit beflecken. Überlässt das euch Juden, die ihr keine Seele habt. Das hindert die Kirche natürlich nicht daran, von euch Geld zu leihen. Wie viele ihrer Kathedralen sind eigentlich mit euren Darlehen erbaut worden?«

»Lincoln, Mylord.« Aaron begann, sie an seinen zitternden, arthritischen Fingern abzuzählen. »Peterborough, St. Albans, dann noch mindestens neun Zisterzienserabteien, des Weiteren …«

»Ja, ja. Entscheidend ist jedenfalls, dass ein Siebtel meiner jährlichen Einnahmen aus der Besteuerung von euch Juden stammt. Und die Kirche will, dass ich euch loswerde.« Der König stapfte auf und ab, und erneut dröhnten abgehackte angevinische Silben durch die Galerie. »Sorge ich denn nicht dafür, dass dieses Königreich einen nie gekannten Frieden erlebt? Herrgott, was meinen die denn, wie ich das anstelle?«

Verstörte Schreiber ließen ihre Federn fallen und nickten. Jawohl, Mylord. Das tut Ihr, Mylord.

»Das tut Ihr, Mylord«, sagte Aaron.

»Jedenfalls nicht mit Beten und Fasten, so viel steht fest.« Henry hatte sich wieder beruhigt. »Ich brauche Geld, um meine Armee auszurüsten, meine Richter zu bezahlen, die Aufstände auf dem Festland niederzuschlagen und meiner Frau ihre sündhaft teuren Gewohnheiten zu ermöglichen. Frieden ist Geld, Aaron, und Geld ist Frieden.« Er packte den alten Mann vorn an seinem Umhang und zog ihn nah an sich heran.

»Wer ermordet diese Kinder?«

»Wir nicht, Mylord. Mylord, wir wissen es nicht.«

Einen kurzen eindringlichen Moment lang spähten fürchterliche blaue Augen mit kurzen, fast unsichtbaren Wimpern in Aarons Seele.

»Nein, wir wissen es nicht«, sagte der König. Der alte Mann wurde losgelassen, kurz gehalten, als er taumelte, und sein Umhang mit raschen Händen wieder Ordnung gebracht, doch das Gesicht des Königs blieb dicht vor ihm, und seine Stimme war ein zartes Flüstern. »Aber ich denke, wir sollten das besser herausfinden, was? Und zwar schnell.«

Als der Hofmeister Aaron aus Lincoln zur Treppe geleitete, rief Henry ihm nach: »Ihr Juden würdet mir fehlen, Aaron.«

Der Alte wandte sich um. Der König lächelte oder zumindest bleckte er seine lückenhaften, starken, kleinen Zähne zu einer Art Lächeln. »Aber bei weitem nicht so sehr, wie ich euch Juden fehlen würde«, sagte er.

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