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Die Wüstenapotheke von Daniel Oliver Bachmann





Die Wüstenapotheke
Daniel Oliver Bachmann
Droemer/Knaur
ISBN-10: 3426274167
ISBN-13: 978-3426274163
248 Seiten


Rezension von Edelgard Kleefisch

Der Schriftsteller und Dokumentarfilmer Daniel Oliver Bachmann hat sich auf eine über 8000 Kilometer lange Reise durch die Wüste Südafrikas begeben, um dem Geheimnis der Wüstenapotheke etwas näher zu kommen. Die Reise durch die steinige und sandige Wüste sowie dem wildwüchsigem Busch wird zum Teil sehr holprig mit dem Geländewagen, oder etwas sanfter, aber nicht minder ungefährlicher, im Heißluftballon zurückgelegt. Bachmann trifft die Heiler der Buschmänner, die seit Generationen die besondere Heilkraft der Teufelskralle nutzen. Die Wurzel der Pflanze, die in den kargen sandigen Böden der südafrikanischen Kalahari wächst, wird zur Herstellung von entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten gegen Rheuma verwendet. Viele afrikanische Familien leben alleine vom Verkauf dieser Knolle. Der Bestand der Pflanze ist jedoch durch Wildsammlungen stark gefährdet.

Auf seiner Expedition lernt Bachmann unterschiedliche Menschenvölker kennen – die Sans, die sowohl in der schwarzen und als auch in der weißen Bevölkerung nicht gern gesehen sind - „Khoi San“ bedeutet in der Sprache der Herero „Hundescheiße“ und dementsprechend werden sie behandelt -, sowie die Ovambo, Nama und Herero.


Hoodia, ein in der Kalahari wachsender Kaktus, der appetitzügelnde Wirkstoffe beinhaltet,hilft den Buschmännern das Hungergefühl auf ihren mehrere Tage dauernden Jagden zu unterdrücken.Ein großer Pharmakonzern wollte die Erfahrungen der Eingeborenen für sich nutzen und eine Schlankheitspille auf den Markt bringen. Die Sans, ohne deren Wissen eine Vermarktung nicht möglich gewesen wäre, wehrten sich erfolgreich gegen den Pharmariesen, auch wenn bisher wenig Geld bei ihnen ankommt.

Ich habe während des Lesens unterschiedliche Meinungen zu dem Buch entwickelt. Gerade anfangs fand ich die teilweise überspitzte Beimischung von humorvollen Einlagen des Autors als unangebracht. Das beispielsweise ein erwachsener Mann sich im depressiven wintergrauem Deutschlandwetter auf die Couch legt und Urmel-Bücher liest, scheint mir doch sehr Zweifelhaft. Doch die negative Meinung änderte sich. Die Reiseberichtserstattung entpuppte sich doch noch als sehr interessant und darüber hinaus noch als angenehm lesbar. Die Beschreibungen von Landschaften, Menschen und Lebensumstände wirken sehr real. Durch seine offene und natürliche Art scheint Bachmann schnell das Vertrauen bei den Einwohnern gewonnen zu haben. Dieses Gefühl vermittelt er den Lesern, die die Reise gut nachvollziehen können. Die im Mittelteil des Buches gebündelten Bilder vermitteln einige Eindrücke von der Reise und helfen das Gelesene bildlich zu verarbeiten.


Fazit: Das Buch vermittelt Wissenswertes in einem sehr unterhaltsamen Stil.

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