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Dagmar Trodler

Jahrgang '65, stammt aus dem rheinischen Düren. Nach dem Abitur lernte sie den Beruf der Krankenschwester und hat in verschiedensten Fachdisziplinen gearbeitet. Parallel dazu studierte sie Geschichte und Skandinavistik in Saarbrücken, Köln und Aachen. Während des Studiums hat sie mit dem Schreiben begonnen,  inzwischen ist Schreiben „ihr Ding“, ihr absoluter Traumjob, für den sie alles riskiert. „Die Waldgräfin“ erschien 2000, die daraus folgende Trilogie hat viele Menschen begeistert. Inzwischen sind sieben Bücher auf dem Markt, darunter auch eine kleine leise Geschichte aus Island, „Der letzte lange Sommer“, der vor allem in Island viele Freunde gefunden hat. Buch Nr. 8 wird 2012 erscheinen, und ihr Kopf ist jetzt schon voller neuer Ideen.

Nebenher schreibt sie Fachartikel für Pferdemagazine im Print- und Online-Bereich, hat ein schwedisches Buch ins Deutsche übersetzt und übersetzt für ein isländisches Nachrichtenmagazin.

Zur Zeit arbeitet sie an einem neuen Romanprojekt, welches 2012 erscheinen wird.

Zur Internet-Seite von Dagmar Trodler

 

Buechertitel.de: Wenn ich richtig informiert bin, erscheint ihr gerade ihr 7. Roman (24.1.2011). Ist man da noch genauso aufgeregt wie beim ersten? 

Dagmar Trodler: Es ist immer wieder ein wahnsinniges Gefühl, das eigene Buch gedruckt in der Hand zu halten und aufzuschlagen. Wenn ich dann durch die Seiten blättere, denke ich jedesmal „Das hier soll ich geschrieben haben? Ernsthaft??“ Ich glaube, diese Aufregung bleibt. Genauso wie das unbeschreibliche Gefühl, ein fertiges Manuskript loszuschicken. Ich baue zu jedem meiner Bücher so intensive Beziehungen auf, daß ich nach der Manuskriptabgabe trauere wie um ein Kind, was ausgezogen ist.

Buechertitel.de: Diesmal entführen Sie Ihre Leser ins 11. Jahrhundert von Schottland. Wie kamen Sie zu der Idee für Die Stunde der Seherin?

Dagmar Trodler: Mir ist die merkwürdige Geschichte von Malcolm und Margaret über den Weg gelaufen. Eine schier unglaubliche Liebesgeschichte, weil die beiden so unterschiedlich waren und sich tatsächlich geliebt haben, was für die Zeit durchaus als ungewöhnlich zu bezeichnen ist. Malcolm fiel übrigens nach fast 30 Ehejahren in einer Schlacht und Margaret starb drei Tage nach der Todesnachricht an gebrochenem Herzen, so heißt es in den Quellen.

Buechertitel.de: Ist Die Stunde der Seherin ein rein fiktiver Roman?

Dagmar Trodler: Zum Teil, wie alle meine Romane. Aber bis auf Nial sind alle Personen echt. Christina ist Margarets Schwester, sie hat den Quellen nach niemals geheiratet, aber Margarets Töchter im Kloster erzogen. Sicher wäre sie als Schwester der Königin eine gute Partie gewesen, trotzdem entschied sie sich für den Schleier (den eigentlich Margaret immer hatten nehmen wollen). Ich halte Christina für eine starke Frau im Hintergrund der Geschichte – vielleicht ist sie deswegen meine Hauptfigur geworden.

Buechertitel.de: Was erstaunte Sie bei der Recherche am meisten?

Dagmar Trodler: In all meinen Mittelalterromanen ist das zeitgenössische Frauenbild immer am schwierigsten zu transportieren. Wir möchten ja so gerne von starken, selbstständigen Frauen lesen – aber die, die so handeln würden daß wir heutigen Frauen sie toll finden, die hätten im Mittelalter als töricht und dumm gegolten, weil sie ihr sicheres soziales Netz ja verlassen, was durchaus den Tod bedeuten kann.  Das Bewusstsein darüber, wo meine Figur im Mittelalter wirklich stand und wie sie sich wirklich verhalten durfte, ist also jedesmal der Knackpunkt.

Buechertitel.de: Zu welcher Figur Ihres Romans haben Sie eine besondere Beziehung?

Dagmar Trodler: Ganz klar Christina, die sich von einer kleinen grauen Maus zu einer Frau entwickelt und die die am Schluß die für mittelalterliche Verhältnisse einzig mögliche „Freiheit“ wählt.

Aber auch Nial ist mir ans Herz gewachsen, mit all seinen Schwächen – ich bin ja kein Freund von blondstrahlenden Heldendarstellungen, weil es keine Helden gibt. Ich kratze gerne an Schwächen herum und stelle sie liebevoll dar, weil sie doch Teil von uns allen sind und wir uns in ihnen wiederfinden.

Buechertitel.de: Was reizt Sie am Schreiben von historischen Romanen?

Dagmar Trodler: Die Beschäftigung mit vergangenen Mentalitäten, Vorstellungen (zB religiöse, ethische), Begrifflichkeiten, die für uns heute eine ganz andere oder gar keine Bedeutung mehr haben. Diese im Rahmen des Möglichen beizubehalten und für den modernen Leser verstädnlich zu „übersetzen“, ohne etwas zu verdrehen oder in den Kitsch abzurutschen, finde ich außerordentlich spannend.

Das ist leider nicht immer möglich – ich würde z.B. sehr gerne ein Thema aus der isländischen Sagazeit bearbeiten, aber ich fürchte, weder Frauenbild noch Ehrbegriff sind der modernen Leserin vermittelbar.

Buechertitel.de: Was bringt Sie beim Schreiben aus der Fassung?

Dagmar Trodler: Mein latenter Hang zur Brutalität und die Art, das zu beschreiben. Je länger ich schreibe, desto weniger Worte brauche ich dafür und desto schrecklicher werden aber die Bilder. Bei der „Rose von Salerno“ habe ich fast zwei Wochen gebraucht, um das Bild der im Wind schwankenden Mistgabel in Aidans Leib aufzuschreiben. Ich saß vor der Tastatur, hatte die Sätze ausformuliert im Kopf und konnte sie nicht aufschreiben. Mein Entsetzen vor der Szene war so groß – und die Worte am Ende so wenig. Das Bild hingegen umso stärker. Mich gruselts heute noch, wenn ich dran denke.

Buechertitel.de: Arbeiten Sie schon an einem neuen Buch?

Dagmar Trodler: Ja, ich bin dabei ein neues Buch zu schreiben und hab gestern das 2. Kapitel begonnen. Ein spannendes Projekt, wo meine Ausführungen zur obigen Frage wohl wieder zum Tragen kommen wird.

Buechertitel.de: Haben Sie Wünsche für Ihre Zukunft?

Dagmar Trodler: Ein bisschen mehr materielle Sicherheit (was für Künstler natürlich nur ein frommer Wunsch bleibt) und vor allem gute Gesundheit, weil ich beim Schreiben leider immer wieder an meine physischen Grenzen gerate.

Buechertitel.de: Liebe Frau Trodler, danke, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de.

 

Autorenbeitrag von Dagmar Trodler auf Buechertitel.de

Veröffentlichung:

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Die Stunde der Seherin
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN-10: 3764502894
ISBN-13: 978-3764502898
416 Seiten
19,99 Euro*
* Preis zum Zeitpunkt des Beitrages


Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:


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Schottland im 11. Jh.: Durch schicksalhafte Umstände verschlägt es die Schwestern Margaret und Christina an den Hof des schottischen Königs Malcolm. Während die schöne Margaret sogleich das Interesse des Königs auf sich zieht, fühlt sich die jüngere Christina allein gelassen und zieht sich immer mehr in sich selbst zurück. Doch als die vergötterte große Schwester einem Fluch zum Opfer fällt, der auf einem geheimnisvollen Stundenbuch liegt, kommt wieder Leben in Christina. Um der Schwester zu helfen, nimmt sie das Buch an sich und verlässt die Burg. Gemeinsam mit dem jungen Mönch Niall begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise bis zum Ursprung des Fluches. Doch um das Leben Margarets retten zu können, muss Christina eine schwere Entscheidung treffen und ein großes Opfer bringen …
Farbenprächtig, fesselnd, dramatisch – eine abenteuerliche Reise zweier ungleicher Schwestern!

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