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Interview mit Elke Schwab

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Elke Schwab ist 1964 in Saarbrücken geboren und im Saarland aufgewachsen. Sie hat nach dem Gymnasium beim Sozialministerium im Ressort Altenpolitik gearbeitet. Die Nähe zu Frankreich hat sie genutzt und sich dort ein altes Bauernhaus mit viel Land gekauft. Dort lebt sie heute mit ihrer Familie bestehend aus ihrem Mann, ihren Pferden und ihrer Katze. Gelegentlich haust auch ein „Mauergeist“ in den dreihundert Jahre alten Gemäuern.

Durch eigene Erfahrungen hat Elke Schwab erkannt, dass Menschen zu allem fähig sind. Leider auch die, denen man es am wenigsten zutraut. Das hat in ihr den Wunsch hervorgerufen, über die zu schreiben, die es nicht bei der Prophezeiung belassen, sondern wirklich schlimme Dinge tun.

Durch das Schreiben war es ihr früher gelungen, sich in eine Traumwelt zu flüchten und dort alle ihre Wünsche zu erfüllen.

Heute verfolgt sie andere Ziele, nämlich spannende Unterhaltung.

Da sie im Saarland aufgewachsen ist und sich dort gut auskennt, lässt Elke Schwab die Mörder in der beschaulichen Kulisse zwischen Kleinstadtidylle und Provinz aktiv werden. Sieben Krimis gibt es schon von ihr und wer weiß, vielleicht werden es noch mehr.

Zur Internetseite von Elke Schwab

 

Buechertitel.de: Liebe Elke, Du bist Krimiautorin aus Leidenschaft. Das weiß, da wir schon längere Zeit in Kontakt sind und Du schon zwei Autorenbeiträge für Buechertitel.de geschrieben hast. Das Skelett von Bliesgau ist nun Dein vierter Kriminalroman, der im Conte Verlag erschienen  ist. Worum geht es diesmal in Deinem Buch?

Elke Schwab: In dem neuen Krimi geht es um das Thema Plagiate. Eine Autorin schreibt einen Kriminalroman, ein Autor aus dem Nachbarort klaut die Idee. Dann passiert es, dass der Autor, der abschreibt, mehr Erfolg hat als die eigentliche Urheberin.

Buechertitel.de: Das Ermittler-Duo Kullmann und Deister werden Deine Leser bereits aus „Kullmanns letzter Fall" (2008) kennen. Ist es vorteilhafter auf bekannte Figuren zurückzugreifen um Leser zu binden, oder ist es einfach eine Vertrautheit, die man zu Roman-Figuren während der Schreibphase aufbaut?

Elke Schwab: Es entsteht in beiden Fällen eine intensive Vertrautheit. Die Leser verfolgen die Weiterentwicklung der Hauptfiguren fast noch interessierter als den Fall selbst. Sie fühlen mit ihnen, als seien es nicht nur Figuren, sondern reale Menschen. Oft werde ich auf Norbert Kullmann oder Anke Deister oder Erik Tenes angesprochen. Dabei werden mir Fragen gestellt, die mich in Erstaunen versetzen. Daran erkenne ich, wie intensiv die Leserschaft mit meinen Figuren mitfiebert.

Und beim Schreiben ist es mit diesen vertrauten Figuren auch eine interessante Entwicklung. Diese Figuren entwickeln ein Eigenleben, sodass ich mich oft hinterher wundere, was ich gerade zu Papier gebracht habe.

Buechertitel.de: Neben dem Schreiben hast Du ein weiteres schönes Hobby - Deine Pferde. In „Das Skelett vom Bliesgau" wird Anke Deister vom Pferd abgeworfen und landet direkt auf den menschlichen Überresten Deines Opfers. Wie entstehen Deine Ideen zu den Büchern? Und spielen Pferde in Deinen Büchern immer eine Rolle?

Elke Schwab: Mein Pferd „Teufel" ist meine Muse. Wenn ich ihn reite, fühle ich mich rundum wohl und werde meistens in diesem Augenblicken inspiriert. Manchmal kommt mir eine neue Idee, manchmal finde ich auch Lösungen, wenn ich in einem angefangenen Manuskript nicht mehr weiterweiß. „Teufel" macht meinen Kopf frei.

In dem Krimi „Kullmanns letzter Fall" habe ich das Thema Pferd zum Hauptthema gemacht. Ansonsten kommen in meinen Krimis die Pferde nur am Rande vor.

Buechertitel.de: In nächster Zeit stehen einige Lesungen auf  Deinem Terminplan. Mit welchen Gefühlen gehst Du in eine Lesung und mit welchen fährst Du wieder heim, bzw. in Dein Hotelzimmer?

Elke Schwab: Vor jeder Lesung habe ich eine gehörige Portion Lampenfieber. Das verfliegt aber oftmals, wenn ich merke, dass die Leute ganz locker und aufgeschlossen sind. Sollte das Publikum mal mürrisch und kritisch sein, bleibt die Nervosität meistens.

Aber hinterher bin ich bis jetzt noch jedes Mal mit einem positiven Gefühl nach Hause gefahren.

Buechertitel.de: Was fasziniert Dich am Schreiben?

Elke Schwab:  Die größte Faszination ist für mich immer am Anfang eines neuen Werkes die Frage, wie es ausgehen wird. Zwar lege ich mir ein Konzept zurecht. Aber die Geschichte schlägt oftmals andere Wege ein - sie entwickelt sich von selbst. Wenn dieser Punkt erreicht ist, steigt mein Adrenalin. Das ist ein tolles Erlebnis.

Buechertitel.de: Hast Du Dich auch schon an anderen Genre versucht?

Elke Schwab:  Früher als Kind habe ich Abenteuergeschichten geschrieben, später Liebesgeschichten. Aber es kamen immer böse Menschen darin vor, sodass meine Tendenz zum Krimi wohl schon sehr schnell klar wurde.

Buechertitel.de: Was magst Du besonders bei Deiner Schreibarbeit?

Elke Schwab: Die Recherche! Ich lerne immer viel dazu. Auch über das Bundesland, in dem ich lebe. Da gibt es so viel zu entdecken, es ist immer wieder überraschend für mich.

Buechertitel.de: Und was nicht?

Elke Schwab: Wenn ich an einem neuen Werk arbeite, mag ich es nicht, wenn Termine dazwischen kommen, wie Arzttermine oder Geburtstagsfeiern. Das nervt total. Am liebsten würde ich nur am PC hocken und schreiben, bis das Werk fertig ist.

Buechertitel.de: Ob es einen weiteren Krimi aus Deiner Feder geben wird, brauche ich, zumindest vermute ich es, nicht zu fragen. Kannst Du uns schon etwas zu Deinem neuen Projekt verraten?

Elke Schwab: Oh ja! Der Krimi hat den Arbeitstitel „Mord ohne Grenzen", weil er im Elsass, im Saarland und in Luxemburg spielt.

Hier ist eine kurze Inhaltsangabe dazu:

Die Kriminalkommissarin Anke Deister wird zu ihrem schwersten Fall gerufen. Ihre Freundin Susanne, ebenfalls alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, hat in dem 200-Seelen-Dorf Potterchen im Krummen Elsass überraschend ein Haus geerbt. Als sie ihr Erbe antreten will, verschwindet ihre Tochter spurlos. Sie bittet Anke um Hilfe, weil sie der französischen Polizei nicht traut. Also geht Anke ins Elsass und hilft der Polizei vor Ort, das Kind zu suchen, während ihre Kollegen auf der deutschen Seite Ermittlungen anstellen, die sie bis in die saarländische Weinregion Perl und nach Luxemburg führen.

Schnell findet Anke heraus, dass das Kind zuletzt am Reitstall in Potterchen gesehen wurde, der dem Schwiegersohn des Bürgermeisters gehört. Anke lernt den Bürgermeister und dessen Familie kennen. Ihr Spürsinn ist erwacht. Sie erfährt, dass die Tochter ihrer Freundin nicht das erste Kind ist, das in diesem kleinen Dorf spurlos verschwindet. Schon vor einigen Jahren ist ebenfalls ein deutsches Mädchen zuletzt genau an diesem Reitstall gesehen worden. Was geschieht in diesem Dorf? Welche Rolle spielen der Bürgermeister und sein Schwiegersohn im Fall der verschwundenen Mädchen? Während Anke versucht, das Rätsel zu lösen, sticht sie in ein Wespennest von Korruption und Amtsmissbrauch, womit sie sich selbst in große Gefahr bringt.

Buechertitel.de: Liebe Elke, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.

Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de.

Elke Schwab im Saarländischen Rundfunk zu ihrem Roman Tod am Litermont.

 

 

Autorenbeiträge von Elke Schwab auf Buechertitel.de:

Ein schöner Berg inspiriert mich zu einer schaurigen Idee

Der Limberg - Inspiration für den Krimi "Hetzjagd am grünen See"

Veröffentlichung:

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Das Skelett vom Bliesgau
Elke Schwab
Verlag: Conte
ISBN-10: 3941657143
ISBN-13: 978-3941657144
273 Seiten
12,90 Euro

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:


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„Sie sprang die Böschung hinunter und steuerte das steinerne Gemäuer an, das sich am äußeren Rand der Vaubaninsel befand. Hastig riss sie das rostige Gitter ab und wollte hineinspringen, da hörte sie etwas dicht hinter sich. Erschrocken drehte sie sich um."

Kriminalkommissarin Anke Deister wird bei einem Ausritt von ihrem Pferd abgeworfen und landet auf einem Skelett - ein Fall für die Kriminalpolizei. Alle Indizien sprechen dafür, dass es sich dabei um die Knochen des Schriftstellers Ingo Landry handelt, der fünf Jahre zuvor bei Kullmann als vermisst gemeldet wurde. Der Fall scheint bereits so gut wie gelöst - bis eine weitere Leiche auftaucht, die ebenfalls als Ingo Landry identifiziert wird. Doch zu wem gehört dann das Skelett? Und wo war der Schriftsteller all die Jahre?
Anke Deister, Erik Tenes und Ruheständler Kullmann machen sich auf die Suche nach Antworten und stoßen bei ihren Ermittlungen auf Schriftsteller, die bereit sind für ihren Erfolg alles zu riskieren.

In "Das Skelett vom Bliesgau" erzählt Elke Schwab spannend, ironisch und mit vielen Überraschungsmomenten von Krimiautoren und Polizisten an Schauplätzen in Saarbrücken, Saarlouis und der Biosphärenregion Bliesgau.

 

 

 

 

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