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Felix Holzapfel

 

 

Felix Holzapfel ist Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von conceptbakery. Die Agentur ist auf die Entwicklung alternativer Marketingstrategien für Unternehmen in Deutschland und den USA spezialisiert - sowohl für große namhafte Anbieter als auch für KMU. Er hat sich einen Namen als Autor und Co-Autor mehrerer Bücher gemacht und ist gefragter Referent für unkonventionelles, digitales und medienübergreifendes Marketing.

Mehr Infos: facebook.com/marketingbuch

 

 

 

Herr Holzapfel, Sie sind mit Ihrem Bruder Klaus gemeinsam Autor des Buches facebook – marketing unter freunden. Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen, dass Sie sich die Zeit nehmen mir einige Fragen zu beantworten. Buechertitel.de ist nun schon seit einiger Zeit bei Facebook Mitglied und auf 849 –Gefällt-mir-Klicks (Nov.2010) sehr stolz. Selbstverständlich habe ich auch ein persönliches Profil und bin mit den simplen Bedienungs- und Nutzungsmöglichkeiten im Groben vertraut, sehe mich allerdings nicht als Profi, sodass meine Fragen eventuell für Sie als Fachmann etwas seltsam klingen mögen. Sollte ich Sie also mit meinen Fragen zum Schmunzeln bringen, so bitte ich um Nachsicht. 

Buechertitel.de: Wann haben Sie entdeckt, dass Facebook ein riesiges Potential im Bereich Marketing bietet?

Felix Holzapfel: Schon bevor es Facebook überhaupt gab. Denn das Grundprinzip des Social Web hat die Plattform ja nicht erfunden. Bereits lange vorher haben sich Menschen im Internet in Communities zusammengefunden. Und auch zu dieser Zeit haben wir bereits Botschaften kreiert, die für Gesprächsstoff innerhalb dieser Communities gesorgt haben. Wobei man sagen muss, dass Facebook dieses Phänomen noch einmal auf ein ganz neues Level gehoben hat. Sei es in puncto Reichweite, Engagement, Viralität oder der Vernetzung von Informationen.

Buechertitel.de: Sie haben in Ihrem Buch auf den ersten Seiten aufgelistet, für welche Personen und welchen Kenntnisstände der Ratgeber lesenswert ist. Würden Sie bitte einmal kurz zusammenfassen an wen sich das Buch richtet?

Felix Holzapfel: Das Buch richtet sich an sämtliche Menschen, die mehr über die Plattform erfahren möchten und sich fragen, wie sie Facebook sinnvoll und effizient für ihr Unternehmen bzw. ihr Marketing nutzen können. Wie ist die Plattform entstanden? Was machen Nutzer auf Facebook? Welche Möglichkeiten bietet mir die Plattform? Wie kann ich Facebook-Funktionen an anderen Stellen integrieren, z.B. auf meiner eigenen Website? Was für Unternehmen setzen Facebook bereits heute erfolgreich im Marketing ein und vor allem wie? All das und noch mehr haben wir versucht in dem Buch möglichst verständlich, ohne all zu viel Fachgesimpel rüberzubringen. Sprich die Zielgruppe ist eigentlich recht breit gefächert. Lediglich echte Facebook-Nerds werden die meisten Dinge schon kennen. Ansonsten war den zahlreichen positiven Rezensionen zu entnehmen, dass scheinbar für viele andere, ganz unterschiedliche Personen etwas dabei war.

Buechertitel.de: Worin unterscheiden sich die Möglichkeiten bei Facebook für ein Kleinunternehmen und einem Großunternehmen?

Felix Holzapfel: Grundsätzlich haben alle Unternehmen auf Facebook die gleichen Möglichkeiten. Der Hauptunterschied besteht sicherlich darin, dass große bekannten bzw. beliebte Marken bereits über eine bestehende Fanbase verfügen. Sprich bei diesen Unternehmen reicht es oftmals schon aus, wenn sie einen Auftritt auf der Plattform einrichten. Anschließend kommen die Nutzer nahezu von alleine. Wobei die Anzahl dieser „Lovebrands“ recht überschaubar ist. Der absolute Großteil der Unternehmen - egal, ob groß oder klein - verfügt nicht über diesen Luxus. Hier sind dann smarte Ideen, viel Engagement und harte Arbeit gefragt. Denn entgegen vieler Unkenrufe stellt auch Facebook keine Marketing-Wunderwaffe dar. Die Plattform bietet zwar viele tolle Möglichkeiten und kann einen hervorragenden Hebel bieten, um die Reichweite nahezu beliebiger Aktionen zu steigern. Aber dies geschieht nicht von alleine, sondern hier ist Kreativität und das entsprechende Knowhow gefragt.

Buechertitel.de: Wie gewinnt man als Unternehmen Freunde bei Facebook? Ich käme ehrlich gesagt nicht auf die Idee zu schauen, ob die Firma x oder y bei Facebook ein Profil hat? Anlässlich dieses Interviews habe ich es aber einmal getan, und ich war erstaunt, dass dort schon einige große Unternehmen vertreten sind.

Felix Holzapfel: Inzwischen gehört es für viele Unternehmen eigentlich schon mehr als nur zum guten Ton mit einer eigenen Präsenz auf Facebook vertreten zu sein. Denn auch wenn das sicher nicht für jeden gilt, gibt es inzwischen doch immer mehr Menschen die nicht UnternehmenXYZ.de in die Adressleiste ihres Browsers eingeben, sondern das Unternehmen auf Facebook suchen oder direkt facebook.com/UnternehmenXYZ eingeben.

Die Gewinnung von Fans auf Facebook kann viele Gesichter haben. Nutzung von Pay-Per-Click-Anzeigen oder Engagement Ads auf Facebook, um gezielt Nutzer anzusprechen für die meine Seite interessant sein könnte. Einbindung von Facebook Icons und Funktionen in die eigene Website. Somit sehen Nutzer, dass man auf der Plattform aktiv ist. Außerdem erleichtert dies das Teilen von Informationen. Sie sprechen nicht länger nur mit dem Besucher ihrer Website, sondern auch mit dessen persönlichen Netzwerk auf Facebook. Durchführung von Gewinnspielen, Sonderaktionen, Coupons, etc. - exklusiv auf der eigenen Facebook-Seite. Einbindung von Facebook in weitere Werbemittel - egal, ob online oder offline. Bis hin zur Integration von der eigenen Facebook-URL in die Signatur jeder E-Mail, die von einem Mitarbeiter versendet wird. Und das sind nur einige Beispiele. Der Fantasie sind hier eigentlich kaum Grenzen gesetzt und die Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgenutzt. Wobei man nicht ganz frei schalten und walten kann, sondern sich natürlich an die Nutzungsrichtlinien von Facebook halten muss. Sei es bei der Durchführung eines Gewinnspiels oder der Art und Weise, wie man das Facebook-Logo in seine eigenen Werbemittel integrieren kann. Hier herrscht aktuell oft noch ein ziemlicher Wildwuchs und viele Unternehmen wissen gar nicht, dass sie sich auf rechtlich dünnem Eis bewegen bzw. eine gute Angriffsfläche für die Abmahnung seitens Wettbewerber & Co. bieten.

Buechertitel.de: Facebook-Nutzer, die sich untereinander vernetzen bezeichnen sich als Freunde und daher ist hier das „DU“ selbstverständlich. Ist das vorteilhaft?

Felix Holzapfel: Vorteilhaft oder nicht steht hier gar nicht mehr zur Diskussion. Es ist einfach Standard. Für Nutzer ist diese Form der Kommunikation vollkommen normal und selbstverständlich. Unternehmen tun sich damit hingegen oftmals noch schwer. Sie müssen lernen, dass sie nicht mehr der Chef sind, sondern den Nutzern inzwischen auf Augenhöhe begegnen - egal, ob sie das gerne möchten oder nicht. Ähnlich wie zwischen Mann und Frau hat auch hier eine Gleichberechtigung zwischen Unternehmen und Kunden stattgefunden. Nur hat diese keine Jahrzehnte, sondern nur wenige Jahre gedauert. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass hier und dort noch etwas Sand im Getriebe ist und Unternehmen teilweise erst noch lernen müssen, dass sie nicht länger bestimmen können, was, wann, wie, wo und von wem kommuniziert wird. Das mag unter Umständen unangenehm und nicht einfach sein. Aber am Ende des Tages wird ihnen gar nichts anderes übrig bleiben.

Buechertitel.de: Ist es für ein Unternehmen nicht gefährlich sich einer eventuellen öffentlichen Kritik zu stellen?

Felix Holzapfel: Auch diese Entscheidung liegt längst nicht mehr in den Händen der Unternehmen. Wenn Nutzer das Bedürfnis haben Kritik an einem Unternehmen zu äußern werden sie dies tun. Egal, ob diese berechtigt ist oder nicht. Und egal, ob das Unternehmen dies gerne öffentlich machen möchte oder nicht. Clevere versuchen schon lange nicht mehr diese Prozesse zu kontrollieren oder über die Nutzer zu bestimmen. Vielmehr blühen sie in der Rolle eines Moderators auf. Letztendlich stellt sich also nicht mehr die Frage, ob Unternehmen öffentliche Kritik wünschen oder diese gefährlich ist. Es geht vielmehr darum, ob ich versuche den Kopf soweit in den Sand zu stecken, dass ich von der Kritik nichts mehr mitbekomme. Dies wird allerdings immer schwerer bis nahezu unmöglich. Die Alternative lautet sich dieser Kritik im Rahmen eines konstruktiven und vor allem offenen Dialogs mit den Nutzer zu stellen. Bestenfalls schaffe ich hierfür sogar einen Raum in meiner eigenen Umgebung, wie z.B. der eigenen Facebook-Seite. Weniger weil ich hier Kontrollmöglichkeiten habe und dort zum Beispiel Kommentare löschen könnte - was allerdings außer in Ausnahmefällen nicht zu empfehlen ist. Vielmehr besteht der wesentliche Vorteil darin, dass ich hier natürlich besser mitbekomme, was und von wem gesprochen wird, als wenn dies auf einer externen Plattform geschieht, wo man dies evtl. erst zu spät oder gar nicht mitbekommt. 

Buechertitel.de: Im Mai 2010 ist, wenn ich richtig informiert bin, die erste Auflage Ihres Buches erschienen, ich halte im November bereits die 3. Auflage in den Händen. Worauf schließen Sie diesen Erfolg? Ist hier gute Pressearbeit des Verlages geleistet worden, oder haben Sie eigenes Facebook-Mareting betrieben?

Felix Holzapfel: Sowohl als auch. Der Verlag hat sehr gute Arbeit geleistet und wir haben die Trommel auf Facebook gerührt. Hinzu kam die Kombination aus gutem Timing - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Facebook kein Nieschenthema mehr, aber es gab auch noch kein anderes vergleichbares Buch - und dem Zusammenspiel mit unserer amerikanischen Niederlassung bei der Erstellung des Buches.

Buechertitel.de: In Kapitel 16. Showcases – Beispiele aus der Praxis haben Sie Beispiele aufgezeigt. Wurden hier nur Projekte aus Ihrer Marketing-Agentur vorgestellt?

Felix Holzapfel: Nein. Eine der Grundregeln des Social Webs lautet in unseren Augen nicht nur immer über sich selbst zu sprechen. Und natürlich nehmen wir auch selber die Medizin, die wir anderen empfehlen. Daher haben wir versucht eine gesunde Mischung zwischen Kampagnen zu bieten, die wir selber geplant und umgesetzt haben und mit denen wir nichts zu tun hatten.

Buechertitel.de: Wenn Sie Mark Zuckerberg eine Frage stellen könnten, welche wäre das?

Felix Holzapfel: Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Aber ich glaube es wäre sicherlich interessant einmal seine Meinung zu hören, wie sich das Web in Zukunft verändern wird. Schließlich sieht es zumindest derzeit so aus, als ob er diese Entwicklung nicht ganz unerheblich mit prägen wird.

Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de.

Veröffentlichung:

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facebook - marketing unter freunden
Felix und Klaus Holzapfel
Verlag: Businessvillage
ISBN-10: 3869800534
ISBN-13: 978-3869800530
248 Seiten
29,80 Euro

 
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:


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Ihre Zielgruppen sind im Web 2.0! Und wo sind Sie?

Social Media stehen im Begriff, das Marketing zu revolutionieren. Mitwirkung und Partizipation sind die Schlüsselwörter. Kommunikation mit Kunden findet auf Augenhöhe statt. Konsumenten werden zu aktiven Mitgestaltern von Marketing, Produkten und sogar Marken.

Felix und Klaus Holzapfel, Experten für alternative Marketingstrategien, illustrieren, was die User in sozialen Netzwerken machen, wie man sich mit ihnen „verbrüdert“, was man alles von ihnen lernen kann und wie man sie aktiv in die eigene Marketingstrategie integriert. Denn nur wer Facebook verstanden hat, kann sich positionieren und Kampagnen entwerfen, die nicht nerven, sondern als gern gesehener „Freund“ von sich reden machen. Dabei verwandeln die kürzlich vorgestellten Social Plug-ins von Facebook statische Webseiten in interaktive Erlebnisse, vernetzen Informationen und schaffen attraktiven Mehrwert für Nutzer und Unternehmen.

Dieses Buch führt Sie durch die Welt des Social Networks Facebook. Es zeigt, wie Sie Facebook in Ihr Marketing integrieren und welche Werbe- und Kommunikationsmöglichkeiten es bietet.

Anhand zahlreicher internationaler Praxisbeispiele – von großen Marken bis hin zum Ein-Mann-Unternehmen – zeigen die Autoren, wie man die neuen Herausforderungen in Marketing, Kommunikation und PR bewältigt und sich ein Millionenpublikum erschließt – weltweit.

 

 

 

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