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Interview mit Ines Thorn


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Ines Thorn, Jahrgang 1964, verbrachte Kindheit und Jugend in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete sie in verschiedenen Berufen, u.a. als Buchhändlerin, Fotogestalterin, Werbetexterin, Journalistin und Bibliothekarin. 1992 übersiedelte sie nach Frankfurt/M und studierte dort Germanistik und Slawistik.

Seit rund zehn Jahren schreibt Ines Thorn Bücher und hat bislang insgesamt vier Bestseller veröffentlicht: DIE PELZHÄNDLERIN, DIE SILBERSCHMIEDIN und DIE WUNDERHEILERIN und die GALGENTOCHTER. Ihr Roman „Der Maler Gottes“ über Matthias Grünewald fand in Fachkreisen viel Beachtung. Ines Thorn zählt zu erfolgreichsten Autorinnen historischer Romane. Ihre Gesamtauflage liegt bei über 500.000 Exemplaren. Ines Thorn lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

 

 

Buechertitel.de: Auf der Internet-Seite des Rowohlt Verlages steht  – „Schreiben ist ihre Berufung.“ Wie kam es zu dieser Berufung?

Ines Thorn: Ich bin nicht sicher, ob das so stimmt. Schreiben ist mein Beruf, meine Leidenschaft, ein geliebter Großteil meines Lebens. Es gibt nichts, das ich lieber tue. Aber Berufung? Ich glaube, ich kann mit diesem  Begriff nicht so viel anfangen.

Buechertitel.de: Im März dieses Jahres erscheint ihr neues Buch Totenreich, ein weiterer historischer Roman um Verbrechen in Frankfurt. Sie leben auch in dieser Stadt. Wie entstehen Ihre Ideen zu dieser Reihe?

Ines Thorn: Frankfurt ist eine sehr lebendige Stadt. Ideen finde ich eigentlich überall. Im Supermarkt zum Beispiel, beim Blick in die Körbe fremder Leute. Oder in der U-Bahn. Ich höre einzelne Gesprächsfetzen und spinne sie im Kopf weiter. Neulich begegnete mir eine Frau, deren Hund laut bellte. Sie sagte zu ihm: „Nicht in diesem Ton!“ Und schon entstand aus diesem einen Satz eine kleine Geschichte in meinem Kopf. Wie das aber passiert, das ist mir selbst ein Rätsel. Für die „Verbrechen von Frankfurt“ gibt es ja reale Vorbilder, was jedoch nicht heißt, dass ich sie eins zu eins abbilde. Pater Nau zum Beispiel. Hinter dieser Figur verbirgt sich ein Frankfurter Buchhändler, der tatsächlich immer sagt: „Die Erde ist ein Jammertal und das Leben ein Graus.“ Dieser eine Satz hat gereicht, um in meinem Kopf eine Person entstehen zu lassen.

Buechertitel.de: Was mögen Sie gar nicht an ihrem Beruf?

Ines Thorn: Dass ich beim Schreiben keine Musik hören kann, weil mich das zu sehr ablenkt.

Buechertitel.de: Welche Autoren lesen Sie gerne?

Ines Thorn: Eigentlich lese ich pausenlos. Wenn ich gerade mitten in einem Manuskript bin, dann lese ich gern Bücher, die mit meinem Thema nichts zu tun haben. Gerade habe ich einen Thriller von Wulf Dorn gelesen, der mir gut gefallen hat. Von Siri Hustvedt bin ich begeistert, außerdem liebe ich Philippe Claudel und greife auch immer wieder mal zu den Klassikern wie Robert Musil oder Uwe Johnson. Und hin und wieder lese ich gern Gedichte, vor allem von Friederike Mayröcker und Wislawa Szymborska.

Buechertitel.de: Ihre Bücher sind sehr auflagenstark. Motiviert Sie dies beim Schreiben, oder verspüren Sie auch manchmal Druck, ihre Fans nicht zu enttäuschen?

Ines Thorn: Ich möchte meine Leser mit jedem Roman fesseln. Manchmal gelingt mir das besser und mal schlechter. Jede schlechte Rezension erzeugt in mir aber eher eine Art Trotzreaktion. Frei nach dem Motto: Jetzt zeige ich, dass ich es besser kann.

Buechertitel.de: Können Sie im Urlaub abschalten?

Ines Thorn: Ich glaube nicht. Irgendwie bin ich immer und ewig mit dem Geschichten erfinden beschäftigt. Ein Großteil meiner Arbeit besteht ja im Beobachten. Und das kann ich nicht abschalten. Außerdem bin ich kein Strandurlaubtyp. Am liebsten schaue ich mir fremde Länder auf Rundreisen an. Und da erlebt man so ungeheuer viel, dass man gar nicht abschalten will und kann.

Buechertitel.de: An welche Begegnung mit einem Leser/in erinnern Sie sich besonders gerne?

Ines Thorn: Da gibt es sehr viele. Manche Leser sind sehr treu, ich treffe sie immer wieder auf Veranstaltungen. Lesungen sind immer sehr nett und die Menschen, die ich dort treffe, sehr interessiert und engagiert. Besonders verblüfft hat mich einmal eine Leserin, die denselben Namen trug wie ich und ebenfalls an einem historischen Roman arbeitet.

Buechertitel.de: Ich bedanke mich bei Ihnen recht herzlich für das Interview und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Ines Thorn: Vielen Dank auch Ihnen und alle guten Wünsche!

Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de.

 

Veröffentlichung:

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Totenreich
Ines Thorn
Verlag: rororo
ISBN-10: 3499253712
ISBN-13: 978-3499253713
384 Seiten
8,99 Euro*

Preis zum Zeitpunkt des Interviews

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:

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oder hier:

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1533. Eine rätselhafte Verbrechensserie hält Frankfurt in Atem. Immer wieder verschwinden junge Frauen. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind schwanger. Als Pater Nau in seinem Beichtstuhl ein Stück Kopfhaut mit anhängendem Frauenhaar findet, wird er selbst zum Verdächtigen. Nur die Richterswitwe Gustelies und ihre Tochter Hella glauben an seine Unschuld. Sie beschließen, selbst zu ermitteln. Doch dabei begibt sich Hella in größte Gefahr, denn auch sie erwartet ein Kind ...

 

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