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Buechertitel.de: Sie sind kein Mensch, der sich hinter dem Promistatus versteckt, sondern gehen sehr offen auf Ihre Fans zu. Sind Sie damit immer gut gefahren? Katy Karrenbauer: Ich denke schon. Aber ich bin auch nur ein einzelner Mensch und kann es nicht allen recht machen, stoße dabei oft an meine Grenzen. Aber einen Versuch ist es allemal Wert. Buechertitel.de: Im Februar dieses Jahres erscheint Ihr neues Buch „Die Freiheit nehm ich mir". Geschichten aus Ihrem Leben. Was erwartet den Leser? Katy Karrenbauer: Nicht allzu leichte Kost. Ich habe es unter dem Motto: „Aufgeben gilt nicht" geschrieben und gehe ziemlich ins Eingemachte, im wahrsten Sinne des Wortes. Das wird sicher nicht jedem gefallen. Zu einer Geschichte sagte meine beste Freundin neulich: „Grandios schamlos, ohne reißerisch zu sein". Ich las ihr die Geschichte mit dem Titel „Mein Darm" vor und konnte zwischendurch kaum weiterlesen, weil mir die Akribie, mit der ich diese Geschichte geschrieben habe, mit einmal fast selbst zu viel wurde. Ich habe Tabu-Themen aufgenommen und schreibe darüber. In meinem ersten Buch schrieb ich über Panikattacken, jetzt tauchen Themen wie „Gewalt", „Unterdrückung", „Weibliche Lust", „Selbstmord" auf. Da ich das Gefühl habe, ich helfe damit einigen Frauen, die Scheu davor zu verlieren, sich Hilfe zu suchen, habe ich diese Geschichten geschrieben. Wenn ich nichts zu erzählen hätte, vor allem, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich vielleicht den Mund halten. Für meine eigene Aufarbeitung jedenfalls habe ich meine Wege gefunden und die haben nichts damit zu tun, dass ich publiziere. Damals, als ich bei Frau Böttinger in der Sendung über meine Bulemie sprach, bekam ich irre viele Zuschriften, denn kaum jemand wagte sich, zu diesem Thema Stellung zu nehmen, und ich konnte einigen jungen Mädchen helfen. Heute gibt es viele Bücher darüber. Als ich über Panikattacken sprach, am eigenen Leib erlebt, da erfuhr ich, wie viele Menschen an dieser Krankheit leiden. Wenn ich nur einem einzigen Menschen Mut machen kann, den Weg, aus welchem Sumpf auch immer, zu finden, dann habe ich alles richtig gemacht. Buechertitel.de: Welche Bücher haben in Ihrem Buchregal einen besonderen Platz? Katy Karrenbauer: „Siddharta" von Hermann Hesse, Nietzsche, „Hallo Mister Gott, hier spricht Anna", „Der kleine Prinz" und Biografien. Buechertitel.de: Welches Lob und welche Kritik Ihrer Schauspiel-Kollegen hat sich am meisten berührt oder getroffen? Katy Karrenbauer: Was mich sicherlich nach wie vor verletzt ist, wenn Kollegen, mit denen ich drehe und die in der A-B oder C Kategorie als die „besseren Schauspieler" angesehen werden, mir am Set nicht mal „Guten Tag" sagen. Das habe ich erlebt und es hat mich sehr traurig gemacht. Dass ich als C- Promi bezeichnet werden, lässt mich natürlich ebenfalls manchmal schlucken, ebenso wie die undifferenzierte Aussage, die ich neulich in einer angesehenen Zeitung lesen durfte, dass Hinter Gittern allenfalls eine schlechte Wochensoap war, mit einer „schlechten Kampflesbe" als Publikumsliebling. Das perlt nicht immer an mir ab, muss ich gestehen. Viele Menschen, die solche Dinge aus ihrem Mund fallen lassen, kennen weder den Werdegang der jeweiligen Schauspieler oder Schauspielerinnen, noch machen sie sich darüber Gedanken, wie schwer und hart ein Weg sein kann. Ich habe die Chancen, die ich geboten bekommen habe, versucht, so gut wie möglich zu nutzen. Ich habe mit 17 Jahren die Schule geschmissen, kurz vorm Abitur, weil ich Schauspielerin werden wollte und den Beruf erlernen wollte. Ich habe auf vielen Bühnen stattgefunden und war oft in Inszenierungen umjubelt. Und heute werde ich darauf reduziert, dass ich mit Freude eine Rolle gespielt habe, die irgendwie auch einzigartig in der Fernsehlandschaft war. Die Wahrheit ist doch, ich kann nur besser werden, in allem, was ich tue, wenn ich eine Chance bekomme, es überhaupt zu tun. Buechertitel.de: Arbeiten Sie schon an einem neuen Projekt? Katy Karrenbauer: Im April und Mai übernehme ich die Rolle von Andreja Schneider (Geschwister Pfister) in 10 Vorstellungen in der Shakespeare Inszenierung „Wie es euch gefällt" von Katharina Thalbach am Kudamm in Berlin. Darauf freue ich mich wahnsinnig, und es ist eine wirkliche Herausforderung, denn ich werde nicht viel Zeit haben, diese Rolle zu übernehmen. Aber ich weiß, dass meine Kolleginnen mir dabei helfen werden, es so gut zu machen, wie es nur für mich möglich ist. Dazu habe ich einige Dreh-, aber auch Theater- und Musical-Anfragen und ich bin noch nicht ganz sicher, wohin der Wind mich weht und meine Reise gehen wird. Wenn ich wünschen dürfte, würde ich gern noch einmal einer Rolle, einer Figur Leben einhauchen, und zwar von A bis Z, einen ganzen Film lang. Aber wir wissen ja alle, das Leben ist kein Fischfurz und somit auch kein Wunschkonzert. Ich halte also schön den Kopf oben und auf den Schultern, schreibe weiter, sitze grade an einem Roman und bin gespannt, ob ich einen Verleger finden werde, der sich traut, mit mir auf diese Reise zu gehen, kämpfe täglich darum , meine Zuversicht nicht zu verlieren und weiß, dass ich nicht aufgeben werde, egal was kommt. Das ist doch eine ganze Menge! Wenn ich dazu auch noch wieder in meinem Beruf arbeiten dürfte, wäre ich wohl der glücklichste Mensch auf Erden. Buechertitel.de: Ich bedanke mich recht herzlich für dieses Interview und wünsche Ihnen alles Gute. Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de
Über das Buch: Das Leben ist kein Zuckerschlecken, davon zeugen Katy Karrenbauers Erzählungen aus ihrem turbulenten Alltag. Sie unternimmt humoristische Streifzüge durch Chatbörsen auf der Suche nach Mr. Right und erinnert sich an so manche peinliche Situation. Sie schildert ihre Erfahrungen mit dem »starken« Geschlecht und damit, was es heißt, sich als Frau zu behaupten. Aber auch die ernsten Momente, die Narben auf ihrer Seele hinterlassen haben, finden in ihren Geschichten Platz. Hier spricht eine Frau, die viel erlebt hat, von ganz großen Erfolgen bis hin zu schweren Niederlagen, und die doch stets mit Mut und Neugier auch an dramatischen Wendepunkten einen Neuanfang zu finden weiß. Ihre Botschaft ist so einfach wie überzeugend: Aufgeben gilt nicht! |
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