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   Foto: Quelle Katy Karrenbauer (Credit: Raphael Stötzel)

Katy Karrenbauer, Schauspielerin und Musikerin, wurde in Duisburg geboren. Mit 12 Jahren beginnt sie eine klassische Gesangsausbildung und mit 17 steht ihr Entschluss fest, sie will Schauspielerin werden. Sie nimmt Schauspielunterricht bei Uta Grabowski (selbst Schülerin von  Gustav Gründgens).

1994 wird sie fürs Fernsehen entdeckt und bekommt gleich ihre erste Hauptrolle in dem 13-Teiler „Notaufnahme", in der sie die Krankenwagenfahrerin Karo Kaiser spielt. Danach geht es Schlag auf Schlag: „Balko", „SK-Babies", „Die Wache", „Das erste Semester" usw.

Im Juli 1997 fällt die erste Klappe in der RTL-Serie „Hinter Gittern".  Sie spielt fast 10 Jahre lang die Rolle der Inhaftierten „Christine Walter" alias „Walter".

Darüber hinaus war sie in diversen Kino- und TV-Movies zu sehen, u.a. in Helmut Dietl's „Late Show" (1999) an der Seite von Veronika Ferres, Thomas Gottschalk und Harald Schmidt,  im Kinofilm „Wie die Karnickel" (2002), und in der RTL-Sommerkomödie „Crazy Race" (2003).

Ebenfalls 2003 stand sie mit Ralf Möller („Gladiator") für den TV-Film „Hai-Alarm auf Mallorca" in Mallorca, Barcelona und Köln vor der Kamera. 2004/05/06 drehte sie für RTL die Fortsetzung der Sommerkomödie „Crazy Race II & III" und zog auch wieder für neue Folgen „Hinter Gittern" in den TV-Knast. „African Race" wurde 2007 im südlichen Afrika gedreht, natürlich war sie wieder mit von der Partie. Katy Karrenbauer stand als gefragte Schauspielerin auch in Kinoproduktionen wie „Max und Moritz reloaded", „Was am Ende zählt"  oder in TV Movies wie „Die Pro 7 Märchenstunde" sowie in diversen TV-Produktionen der ARD oder des ZDF vor der Kamera. Besondere Beachtung findet die NDR-Produktion aus der Sendereihe „Menschen, Länder, Abenteuer". Unter dem Titel „Mit der Harley durch Kalifornien, auf Tour mit Katy Karrenbauer" wurde ein aufwändiger Doku-Zweiteiler dieser spannenden Reise produziert.

Aber auch musikalisch ist Katy Karrenbauer erfolgreich. „Vorhang auf", war ihr erstes Album. Für „Hinter Gittern Vol one" schrieb sie alle Texte selbst und sang auch fast alle Songs und Vocals. Das Album erreichte Goldstatus.

Buechertitel.de: Ich habe Ihre Vita gelesen und gedacht, wow, diese Frau hat richtig Power. Gefragte Schauspielerin, erfolgreiche Sängerin und seit „Das Leben ist kein Fischfurz", auch noch erfolgreiche Autorin. Was reizte Sie am Schreiben?

Katy Karrenbauer: Ich schreibe, seit ich 13 Jahre alt bin. Kurzgeschichten, Gedichte; Songs, Texte und alles, was mir so in den Sinn kommt. Ich liebe das Schreiben, denn es ist eine wundervolle Art, sich auszudrücken. Außerdem braucht man dazu niemanden, außer eben ein Stück Papier und einen Stift. Man benötigt auch keinen bestimmten Ort und kann es jederzeit, tags und nachts, tun. Das Schreiben selbst ist für mich eine Art Ventil, aber es schafft eben auch Klarheit.

Buechertitel.de: Ihr Buch trägt einen ungewöhnlicher Titel. Wie kam es dazu?

Katy Karrenbauer: Ich drehte als Figur „Ma" für Pro 7 einen Western namens „Spiel mir das Lied und du bist tot" und in einer Szene sagt „Pa" genau diesen Satz . Ich war damals auf der Suche nach einem geeigneten Titel und entschied mich spontan dazu, ihn zu adaptieren. Niemand weiß zwar genau, ob Fische furzen, aber eines ist sicher, das Leben geht an niemandem spurlos vorbei. Eine schöne Metapher, wie ich nach wie vor finde...

Buechertitel.de: Wie waren Ihre erste Erfahrungen bei der Verlagssuche?

Katy Karrenbauer: Hm, nicht einfach. Der erste Verlag, den ich gewählt hatte, konnte mit meinen Geschichten überhaupt nichts anfangen. Der zweite Verlag meinte, ein Promi verkaufe nur dann ein Buch, wenn er einen Schicksalsschlag oder einen Skandal vorzuweisen habe. Der Dritte auf meiner kleinen Liste wurde dann mein Verlag.

Buechertitel.de: Sind die Geschichten autobiographisch?

Katy Karrenbauer: Ja, das sind sie.

Buechertitel.de: Es gab auch einige negative Erfahrungen in Ihrem Leben. War das Buch eine gute Gelegenheit dies zu verarbeiten und vielleicht kleine Hiebe auszuteilen?

Katy Karrenbauer: Mir ging und geht es nicht um Hiebe. Ich bin als Schauspielerin Geschichtenerzählerin, nur dass ich mich bei einer Rolle hinter den jeweiligen Charakteren verstecken kann, auch wenn ich die Figur gerne so ehrlich wie möglich spielen und für den Zuschauer transparent machen möchte. Mein Leben war und ist von vielen Höhen und Tiefen begleitet worden und wenn ich zurückblicke, war mein Weg oft einfach auch recht steinig. Aber damit stehe ich nicht allein da. Vielen Menschen sind ganz ähnliche Dinge wie mir passiert, und ich bin immer wieder auf der Suche nach Schnittstellen. Danach forsche ich auch, wenn ich selbst Bücher lese, grade, wenn das Geschriebene biografisch ist.

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Die Freiheit nehm ich mir
Verlag: Rotbuch Verlag
ISBN-10: 3867890986
ISBN-13: 978-3867890984
192 Seiten
12,95 Euro

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Buechertitel.de: Sie sind kein Mensch, der sich hinter dem Promistatus versteckt, sondern gehen sehr offen auf Ihre Fans zu. Sind Sie damit immer gut gefahren?

Katy Karrenbauer: Ich denke schon. Aber ich bin auch nur ein einzelner Mensch und kann es nicht allen recht machen, stoße dabei oft an meine Grenzen. Aber einen Versuch ist es allemal Wert.

Buechertitel.de: Im Februar dieses Jahres erscheint Ihr neues Buch „Die Freiheit nehm ich mir".  Geschichten aus Ihrem Leben. Was erwartet den Leser?

Katy Karrenbauer: Nicht allzu leichte Kost. Ich habe es unter dem Motto: „Aufgeben gilt nicht" geschrieben und gehe ziemlich ins Eingemachte, im wahrsten Sinne des Wortes. Das wird sicher nicht jedem gefallen. Zu einer Geschichte sagte meine beste Freundin neulich: „Grandios schamlos, ohne reißerisch zu sein". Ich las ihr die Geschichte mit dem Titel „Mein Darm" vor und konnte zwischendurch kaum weiterlesen, weil mir die Akribie, mit der ich diese Geschichte geschrieben habe, mit einmal fast selbst zu viel wurde. Ich habe Tabu-Themen aufgenommen und schreibe darüber. In meinem ersten Buch schrieb ich über Panikattacken, jetzt tauchen Themen wie „Gewalt", „Unterdrückung", „Weibliche Lust", „Selbstmord" auf. Da ich das Gefühl habe, ich helfe damit einigen Frauen, die Scheu davor zu verlieren, sich Hilfe zu suchen, habe ich diese Geschichten geschrieben. Wenn ich nichts zu erzählen hätte, vor allem, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich vielleicht den Mund halten. Für meine eigene Aufarbeitung jedenfalls habe ich meine Wege gefunden und die haben nichts damit zu tun, dass ich publiziere. Damals, als ich bei Frau Böttinger in der Sendung über meine Bulemie sprach, bekam ich irre viele Zuschriften, denn kaum jemand wagte sich, zu diesem Thema Stellung zu nehmen, und ich konnte einigen jungen Mädchen helfen. Heute gibt es viele Bücher darüber. Als ich über Panikattacken sprach, am eigenen Leib erlebt, da erfuhr ich, wie viele Menschen an dieser Krankheit leiden. Wenn ich nur einem einzigen Menschen Mut machen kann, den Weg, aus welchem Sumpf auch immer, zu finden, dann habe ich alles richtig gemacht.

Buechertitel.de: Welche Bücher haben in Ihrem Buchregal einen besonderen Platz?

Katy Karrenbauer: „Siddharta" von Hermann Hesse, Nietzsche, „Hallo Mister Gott, hier spricht Anna", „Der kleine Prinz" und Biografien.

Buechertitel.de: Welches Lob und welche Kritik Ihrer Schauspiel-Kollegen hat sich am meisten berührt oder getroffen?

Katy Karrenbauer: Was mich sicherlich nach wie vor verletzt ist, wenn Kollegen, mit denen ich drehe und die in der A-B oder C Kategorie als die „besseren Schauspieler" angesehen werden, mir am Set nicht mal „Guten Tag" sagen. Das habe ich erlebt und  es hat mich sehr traurig gemacht. Dass ich als C- Promi bezeichnet werden, lässt mich natürlich ebenfalls manchmal schlucken, ebenso wie die undifferenzierte Aussage, die ich neulich in einer angesehenen Zeitung lesen durfte, dass Hinter Gittern allenfalls eine schlechte Wochensoap war, mit einer „schlechten Kampflesbe" als Publikumsliebling. Das perlt nicht immer an mir ab, muss ich gestehen. Viele Menschen, die solche Dinge aus ihrem Mund fallen lassen, kennen weder den Werdegang der jeweiligen Schauspieler oder Schauspielerinnen, noch machen sie sich darüber Gedanken, wie schwer und hart ein Weg sein kann. Ich habe die Chancen, die ich geboten bekommen habe, versucht, so gut wie möglich zu nutzen. Ich habe mit 17 Jahren die Schule geschmissen, kurz vorm Abitur, weil ich Schauspielerin werden wollte und den Beruf erlernen wollte. Ich habe auf vielen Bühnen stattgefunden und war oft in Inszenierungen umjubelt. Und heute werde ich darauf reduziert, dass ich mit Freude eine Rolle gespielt habe, die irgendwie auch einzigartig in der Fernsehlandschaft war. Die Wahrheit ist doch, ich kann nur besser werden, in allem, was ich tue, wenn ich eine Chance bekomme, es überhaupt zu tun. 

Buechertitel.de: Arbeiten Sie schon an einem neuen Projekt?

Katy Karrenbauer: Im April und Mai übernehme ich die Rolle von Andreja Schneider (Geschwister Pfister) in  10 Vorstellungen in der Shakespeare Inszenierung „Wie es euch gefällt" von Katharina Thalbach am Kudamm in Berlin. Darauf freue ich mich wahnsinnig, und es ist eine wirkliche Herausforderung, denn ich werde nicht viel Zeit haben, diese Rolle zu übernehmen. Aber ich weiß, dass meine Kolleginnen mir dabei helfen werden, es so gut zu machen, wie es nur für mich möglich ist. Dazu habe ich einige Dreh-, aber auch Theater- und Musical-Anfragen und ich bin noch nicht ganz sicher, wohin der Wind mich weht und meine Reise gehen wird. Wenn ich wünschen dürfte, würde ich gern noch einmal einer Rolle, einer Figur Leben einhauchen, und zwar von A bis Z, einen ganzen Film lang. Aber wir wissen ja alle, das Leben ist kein Fischfurz und somit auch kein Wunschkonzert. Ich halte also schön den Kopf oben und auf den Schultern, schreibe weiter, sitze grade an einem Roman und bin gespannt, ob ich einen Verleger finden werde, der sich traut, mit mir auf diese Reise zu gehen, kämpfe täglich darum , meine Zuversicht nicht zu verlieren und weiß, dass ich nicht aufgeben werde, egal was kommt. Das ist doch eine ganze Menge! Wenn ich dazu auch noch wieder in meinem Beruf arbeiten dürfte, wäre ich wohl der glücklichste Mensch auf Erden.  

Buechertitel.de: Ich bedanke mich recht herzlich für dieses Interview und wünsche Ihnen alles Gute.

Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de

 

Über das Buch:

Das Leben ist kein Zuckerschlecken, davon zeugen Katy Karrenbauers Erzählungen aus ihrem turbulenten Alltag. Sie unternimmt humoristische Streifzüge durch Chatbörsen auf der Suche nach Mr. Right und erinnert sich an so manche peinliche Situation. Sie schildert ihre Erfahrungen mit dem »starken« Geschlecht und damit, was es heißt, sich als Frau zu behaupten. Aber auch die ernsten Momente, die Narben auf ihrer Seele hinterlassen haben, finden in ihren Geschichten Platz. Hier spricht eine Frau, die viel erlebt hat, von ganz großen Erfolgen bis hin zu schweren Niederlagen, und die doch stets mit Mut und Neugier auch an dramatischen Wendepunkten einen Neuanfang zu finden weiß. Ihre Botschaft ist so einfach wie überzeugend: Aufgeben gilt nicht!

Ihr Kommentar

Kommentar von Bärbel Gäde | 14.11.2015

Sehr geehrte Frau Karrenbauer,
würden Sie mir helfen ein Buch über mein Leben zu schreiben?
ich heiße Bärbel Gäde und bin 57 Jahre alt.
Meine Mutter (hatte TBC) starb bei unserer Geburt (habe noch eine Zwillingsschester)und mein Vater flüchtete in den Westen. Meine Schwester und ich sind dann bei den Großeltern aufgewachsen.
Ärger mit der Staatssicherheit, Schule und Ausbildung.Ich habe viele Schwierigkeiten und Niederlagen erleben müssen auch den Ärzten gegenübe (Arbeitsunfall 2010)und möchte darüber ein Buch schreiben.
Ich würde mich freuen,wenn Sie mir Helfen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Gäde

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