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Interview mit Oliver Pautsch

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Oliver Pautsch, 1965 in Hilden geboren, lernte in Solingen laufen, ging in Hilden zur Schule und studierte in Düsseldorf. Der Autor arbeitet und lebt heute mit seiner Frau und drei Kindern in Köln.

Berufliche Stationen: Oliver Pautsch studierte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf Germanistik und Medienwissenschaften und arbeitete parallel dazu in verschiedenen Berufen bei Film- und Fernsehproduktionen, bevor er mit dem Schreiben von Drehbüchern begann.

Seit 1994 arbeitet er als freier Autor von Drehbüchern, Theaterstücken und Kurzgeschichten der Gegenwartsliteratur, vornehmlich im Bereich Psychodrama, Thriller und Kriminalroman.

Seit 2003 schreibt er Kriminalromane und Sachbücher, vornehmlich Jugendliteratur.

Der Kurzfilm “Ein einfacher Auftrag” nach Oliver Pautschs Geschichte und Drehbuch wurde 1997 mit einem der begehrten Student Academy Awards der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgezeichnet.

Außerdem arbeitet der Autor seit 1986 als Spezialist für Transporte von Klavieren und Flügeln.

Zur Internet-Seite von Oliver Pautsch

 

 

Buechertitel.de: Ihre Bibliografie ist sehr gemischt: Jugendbücher, Kriminalromane, Lexika. Was reizt Sie an diesen unterschiedlichen Genre?

Oliver Pautsch: Es gab und gibt auch Drehbücher für Film und Fernsehen, Quizfragen, Theaterstücke, und und und, denn ... die Maschine läuft!

Erfahren und Erzählen hat mich immer gereizt. Ich bin sehr neugierig und manchmal mitteilsam. Dass man sich dazu hinsetzen und "es" aufschreiben muss, ist eher der harte Teil der Arbeit.

Seit meine Kinder auf der Welt sind, ist das Erzählen und Vorlesen noch interessanter und wichtiger geworden. Denn ich bin überzeugt, dass man zwei der wichtigsten Werkzeuge für's Leben erlernen kann: Neugier und Humor - beides ist vermittelbar!

Buechertitel.de: In Ihrer Biografie ist zu lesen, dass Sie zwei Söhne haben. Im Januar diesen Jahres haben Sie gemeinsam mit Ihrer Frau ein Lexikon für junge Mädchen erstellt. Hier geht es um Themen von Anmache bis Liebe, von Beautytipps bis Zahnspange, von Abnehmen bis Selbstbewusstsein. Wie entstand die Idee zu diesem Buch?

Oliver Pautsch: Wir haben nun sogar ein Mädchen von vier Monaten - aber das wussten wir bei der Arbeit am Mädchenlexikon noch nicht.

Es war ganz einfach: Der Verlag verlangte nach den Lexika für Jugendliche.

Stefan Wendel, der Programmleiter des Thienemann Verlags, kam während der Lektüre des Manuskripts von "Verloren im Netz" auf die Idee für das Jungenlexikon, weil in den meisten meiner Jugenbücher Begriffe und Themen vorkommen, die nicht alltäglich sind. Manche davon sind sogar tabu.

Ich halte als Konsument jedes Buch und jeden Film für Zeitverschwendung, wenn meine Neugier nicht geweckt und befriedigt wird. Es geht natürlich nicht nur um Fakten und Wissen. Ich will erfahren, wie Konflikte entstehen und gelöst werden, wie man Intrigen und Verrat überlebt, etc.

Genau das erwarte ich auch von meiner Arbeit. Aber hängen wir den Anspruch nicht zu hoch - denn auch klassisches Alltagswissen ist interessant.

Was ist zum Beispiel eine "Fimose"?

Oder wieso ist Autogas umweltfreundlich aber weitgehend unbekannt?

(google it, while you're online!-)

Buechertitel.de: Das Gegenstück zu „Reine Mädchen-Sache“ „Das Jungen-Lexikon“ erschien zwei Jahre vorher. Brauchen junge Menschen Nachschlage-Werke um ihre Jugend zu meistern?

Oliver Pautsch: Nein, nicht unbedingt. Du kannst heute so ziemlich alles im Internet finden. "Alles" ist jedoch ein weites, unübersichtliches Feld, in dem man sich leicht verlieren kann.

Ich lese oft in Schulen vor. Die Gespräche nach den Lesungen sind immer eine Inspiration. Vielen Kindern und Jugendlichen fehlen neutrale und kompetente Ansprechpartner für ihre Fragen. Man will sich nicht blöd vorkommen, wenn man etwas nicht weiß. Und wen willst du fragen, was zum Beispiel genau ein "Blowjob" ist? Deine Mutter? Deine Freundinnen? Das ist zu peinlich.

Wie genau wird AIDS übertragen? Ist das heilbar?

Bei solchen und vielen anderen Fragen des täglichen Lebens kommen unsere Bücher ins Spiel.

Ich halte unsere Lexika für eine Sammlung relevanter Begriffe mit informativer, unterhaltsamer und manchmal auch humorvoller Definition - plus der Möglichkeit, mittels anderer Bücher, Filme und dem Internet tiefer ins Thema einzutauchen - verzweigte Neben- und Begleitthemen inklusive.

Daher enthalten beide Lexika auch so viele Film- und Lesetipps sowie Internetadressen. Beispiele kann man im Netz finden:

Jungenlexikon:

http://www.pautsch.net/pautsch/lexikon/lexikon.html

Mädchenlexikon:

http://www.pautsch.net/reine-maedchensache

Buechertitel.de: Im Juni 2010 ist Ihr dritter Itter-Krimi veröffentlicht worden. Der Titel – "Die Fabry Papiere". Worum geht es in diesem Buch?

Oliver Pautsch: Wieder so eine Sache mit der Neugier. Wilhelm Fabry (1560-1634) war der berühmteste Bürger meiner Heimatstadt Hilden. Er arbeitete als Wundarzt und gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie. Bevor ich mit meinem dritten Krimi begann, wusste ich nichts von dem bärtigen Mann, an dessen Büste ich in der Hildener Innenstadt schon unzählige Male vorbeigelaufen war.

Indem meine Hauptkommissarin eine Leiche in einem Keller mit historischen Büchern Wilhelm Fabrys findet, versuche ich einen spannenden Fall vor dem historischem Hintergrund zu erzählen.

Buechertitel.de: Sie haben zahlreiche Jugendkrimis veröffentlicht. Hatten Sie Vorbilder in Ihrer Jugend?

Oliver Pautsch: Oh, ja. Paddington (als Bär), Pippi Langstrumpf (als Mädchen), William Shatner (als James T. Kirk), Darth Vader (als Bösewicht), Mose Allison (als Pianist und Sänger) und Stephen King (als Autor), um nur einige zu nennen, die nicht zur Familie gehören.

Buechertitel.de: Wann kam zum ersten Mal der Wunsch auf zu Schreiben?

Oliver Pautsch: Beim Lesen von Büchern. Ich weiß nicht wann, aber es war dieses "das-will-ich-auch-machen"-Gefühl. Es war auch bei der Musik so, nur dass ich dort nie über den Hobby-Status hinausgekommen bin.

Ich erinnere mich aber noch genau an meinen großen Irrtum, als ich zum ersten Mal ein Drehbuch in den Händen hielt. Ich stand Hannes Jaenicke und Judy Winter am Set einer Fernsehfilmproduktion gegenüber. Eigentlich war ich Produktionsfahrer, doch plötzlich sollte ich den Drehbuchtext einer dritten, nicht anwesenden Person in der Szene ersatzweise einsprechen.

"Das kann ich auch", dachte ich beim Anblick der übersichtlichtlichen Seite Papier mit der Drehbuchformatierung von Dialogen und Regieanweisungen in meiner Hand.

Das "kann" war mein größter Irrtum in dem Gedanken. Denn danach sollten einige Jahre harter Arbeit folgen, die mich eines Besseren belehrten.

Buechertitel.de: Wie gestalten Sie am liebsten Ihre Freizeit?

Oliver Pautsch: Welche Freizeit ?-) Die Autorenkrankheit, nicht abschalten zu können ist keine Legende, es ist die reine Wahrheit. Ich verliere mich manchmal beim Spielen mit den Kids, in Büchern und (immer seltener) in Filmen oder guten Serien. Aber selbst dann läuft im Hintergrund oft noch die Gedankenmaschine.

Ich habe vor, das Klavierspielen wieder zu versuchen, sobald Zeit für Unterricht und Übung bleibt. Denn darin könnte ich mich, glaube ich, wirklich verlieren und die Maschine mal so richtig runterfahren.

Buechertitel.de: Welche Person würden Sie gerne einmal Treffen und welche Frage würden Sie dieser stellen wollen?

Oliver Pautsch: Ich hätte gern zwei bis drei Stunden mit Mr. King, um ihm Löcher in den Bauch zu fragen. Aber auch mit Mose Allison und Ray Charles würde mir absolut nicht langweilig werden. Die Herren könnten mir ein paar Griffe am Piano zeigen ...

Buechertitel.de: Herzlichen Dank für das Interview. Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Das Interview führte Edelgard Kleefisch, Buechertitel.de.

Veröffentlichungen:

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S. U. P. E. R. Mehr als ein Held
Oliver Pautsch
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN-10: 3522182359
ISBN-13: 978-3522182355
186 Seiten
9,90 Euro


Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:


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Zu Beginn ihrer Pubertät stellen fünf Kinder neue und zunächst beunruhigende Fähigkeiten an sich fest, die weit über das hinausgehen, was gemeinhin als „normal“ gilt.
(Aber was an einer Pubertät ist schon normal ?-)

Ergun bemerkt zum Beispiel, dass er plötzlich fliegen kann. Nur mit der Steuerung seiner neuen Fähigkeit hat er zunächst noch Probleme.
Ulla kann durch Wände gehen und mit jedem beliebigen Material verschmelzen. Sie ist eine so genannte „Formwandlerin“.
Und auch die anderen Kinder müssen mit ihren neuen Kräften umzugehen lernen.
Dass sie dabei von unheimlichen schwarzen Herren verfolgt werden, macht die Sache nicht gerade einfacher …

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