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Johann Jährig




Karlheinz Schweitzer wurde 1954 in der Wetterau geboren. Er studierte Angewandte Sprachwissenschaft, Völkerkunde, Kulturanthropologie, Turkologie, Slawistik und Osteuropäische Geschichte. 2003 zog er in seine Wahlheimat Ungarn, wo er sich als Schriftsteller, Fotograf und Übersetzer für ungarische Literatur arbeitet. Seine Novellen und feuilletonistischen Artikel erschienen in deutschsprachigen Wochenblättern Ungarns. Johann Jährig ist sein erster Roman.


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Johann Jährig

VON KARLHEINZ SCHWEITZER

Vor zwölf Jahren stieß ich bei der Lektüre ethnologischer Schriften auf den Namen meines hessischen Landsmanns Jährig und wurde neugierig auf den Lebensweg des „Translateurs aus den mongolischen Sprachen". Zunächst fand ich nur Angaben über seine Tätigkeit für die Russische Akademie der Wissenschaft. Johann Jährig wird durchweg als Translateur bezeichnet, konnte jedoch in Wirklichkeit viel mehr. Ein Autodidakt ohne wissenschaftliche Weihen. Unbeantwortet blieb die Frage, warum ein Mensch des 18. Jahrhunderts seine Heimat verlässt, an die Wolga geht und Mongolenforscher wird. Nachdem die ersten Spuren gefunden waren, ließ mich das Thema nicht mehr los. Zwischen den Fakten begann das Kraut der Phantasie zu wuchern. Ich begann den fiktiven Lebenslauf meines Landsmannes zu schreiben. Ließ ihn in Büdingen zur Welt kommen und in St. Petersburg sterben. Erst kurz vor Vollendung des Romans fiel auch Licht auf seine ersten Lebensjahre und meine Annahmen bestätigten sich.
Die Biographie Johann Jährigs dient als Kulisse, als Rahmen für eine Auseinandersetzung über die Weltbilder jener Zeit, das Aufkommen der Wissenschaften im Licht der Aufklärung und den langsamen Niedergang des magischen Weltbilds. Davon ist aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Rede. Jährig läuft los, weil er Wissen oder Gewissheit sucht. Er ist eben Idealist. Sein schärfster Kritiker attestiert ihm „überspannte Begriffe". Um diesen Diskurs auch auf der Höhe unserer Zeit führen zu können, zog ich eine zweite Ebene ein, deren Protagonist der ungarische Fischkundler Kmetty ist, ein Materialist und Lebekünstler. Er verlässt seine Heimat, weil ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wird. Er kommt bis an die mongolisch-chinesische Grenze. Dort wird er verhaftet. Der junge Geheimpolizist Radnaa soll ihn nach Peking bringen, aber überraschend schlägt er den Weg nach Westen ein. Auf einem Basar in der nordwestlichen Provinz Singkiang lässt er sich ein Buch aufdrängen. Gefangener und Polizist werden langsam Freunde. Unterwegs - aber unterwegs wohin? - entziffern sie allmählich Johann Jährigs Tagebuch.



 
Veröffentlichung:



Johann Jährig
Verlag: Schenk
ISBN-10: 3939337560
ISBN-13: 978-3939337560
463 Seiten
19,90 Euro



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Klappentext:

1768 gelangt der Drucker Johann Jährig in die Missionsstation Sarepta an der Wolga. Bald kommt es zum Konflikt mit den Mährischen Brüdern, die ihn schließlich ausstoßen. Jährig tritt in die Dienste der Russischen Akademie der Wissenschaften und wird als Autodidakt der erste Mongolist und Tibetologe seines Jahrhunderts. Im Zwielicht der Aufklärung sammelt er Wissen, verliert seinen Glauben und lässt sich von den Töchtern der Zeit trösten. Fliegen wir auf Zeitpfeilen? Oder beißt die Zeit sich in den Schwanz?
Zoltán Kmetty, den Budapester Hochstapler, einen typischen Hedonisten unserer Zeit, lassen solche Fragen kalt. Ihn beschäftigt nur, wie er sich vergnügen und seinen Gläubigern entkommen kann. Unorthodox setzt er sich nach Osten ab. An der mongolisch-chinesischen Grenze wird er verhaftet. Die Chinesen wollen ihn auf krummen Wegen abschieben und stellen ihn unter Kuratel eines Astronomen aus der Inneren Mongolei. Kmetty muss sich fügen. Radnaa, der junge Mongole wird ihm bald sympathisch. Trotz all seiner Erklärungen bleibt Kmetty ein Rätsel, welche Rolle Crick und Astarotos spielen? Was haben Hawkings Theorien mit Selodowitschs Mutmaßungen zu tun? Und die indische Krebsmusik mit Johann Sebastian Bach?


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