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Küsse am Kartoffelfeuer

Küsse am Kartoffelfeuer
Horst Bosetzky
Verlag: Dtv
ISBN-10: 3423209798
ISBN-13: 978-3423209793
512 Seiten
9,95 Euro



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Rezension von Romy Bigalke

Horst Bosetzky, 1938 in Berlin geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Siemens. Anschließend studierte er Soziologie, Psychologie, BWL und VWL. In Bremen war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landesregierung und forschte hier zur Reform der Bremer Verwaltung. Zurück in Berlin beteiligte er sich an der Gründung der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in West Berlin und war hier von 1973-2000 als Professor mit dem Schwerpunkt Organisationssoziologie und Bürokratieforschung tätig. Zudem veröffentlichte er unzählige Artikel und Werke in seinem Schwerpunkt.

Doch ist er nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Schriftsteller. Seit 1971 veröffentlichte Bosetzky zahlreiche Kriminalromane, Nachschlagewerke über Berlin und auch eine Familiensaga. Manfred Matuschewski ist der Held der Familiengeschichte und weist einige Übereinstimmungen mit Horst Bosetzkys Biographie auf. In den ersten drei Büchern "Tamsel", "Zwischen Barrikade und Brotsuppe" sowie "Zwischen Kahn und Kohlenkeller" wird von Ahnen des Manfred berichtet. In den folgenden Büchern, in denen sich alles um Manfred dreht, stehen die Titel im Zeichen der Kartoffel: "Brennholz für Kartoffelschalen", Capri und Kartoffelpuffer", Champagner und Kartoffelchips sowie Quetschkartoffeln und Karriere" und der neueste Roman "Küsse am Kartoffelfeuer".

Im vorzustellenden Buch arbeitet Manfred Matuschewski als Professor an der HÖV im Tauentzien-Tower und in seinem Forschungsinstitut Matuschewski (FORMAT), dass erst nach und nach anläuft und Gewinn bringt. Bosetzky erzählt, wie sein Held den Fall der Mauer, die Jahrtausendwende und den 11. September 2001 erlebt. Auf viele tagespolitische Nachrichten der jeweiligen Jahre geht er ebenso ein, sofern sie Gesprächsstoff auf Geburtstagsfeiern, Familientreffen oder Wanderungen durch die Mark lieferten. Und was passiert im Privatleben? Manfred wird älter und erlebt am Ende des Buches mittlerweile seinen 64. Geburtstag. Ist er zu Beginn der 80 er Jahre glücklich und zufrieden mit seiner Familie, so wendet sich das Blatt schnell für lange Zeit. Renate, seine Ehefrau leidet an einer psychischen Störung und sieht in ihm einen ‚Nichtsnutz’, einen der zu nichts fähig und an allem Schuld ist. Renate traumatisiert durch ihre Kindheit, mit einer selbstmordbegehenden Mutter und einer selbst erlebten Vergewaltigung versucht sich zweimal das Leben zu nehmen. Manfred, Larissa und Joscha, seine beiden Kinder, haben es schwer in dieser Zeit, attackiert doch Renate ihren Mann nun körperlich und er muss mehrmals aus dem Haus flüchten. Zudem sterben einige seiner Freunde, was nicht nur wegen deren Verlust traurig stimmt. Spiegelt es doch die Endlichkeit eines jeden Lebens wieder. Mittlerweile findet Manfred eine neue, 21 Jahre jüngere Freundin, mit der er nachdem Renate mal wieder aus der Nervenklinik entlassen wurde und nach vielen Gesprächen in eine eigene Wohnung zieht, auch zusammenlebt. Beide bekommen ein Kind und für den Romanhelden beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Oft als Opa von der Umwelt verkannt, kümmert sich der Papa liebevoll um sein drittes Kind.




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