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Schau nicht hin, schau nicht her



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Schau nicht hin, schau nicht her

Horst Bosetzky
Verlag: Jaron Verlag
ISBN-10: 3897736039
ISBN-13: 978-3897736030
286 Seiten
9,95 Euro

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Rezension von Romy Bigalke

Das vorliegende Buch ist eine Neuausgabe des bereits 1989 unter gleichem Namen erschienen Roman. Das Besondere ist die Entstehungsgeschichte dieses Buches. Horst Bosetzky, bekannter westdeutscher Krimiautor und Steffen Mohr, ursprünglich diplomierter Theaterwissenschaftler aus Leipzig und Schriftsteller, beschließen einen gemeinsamen Roman zu schreiben. Diese deutsch-deutsche Koproduktion soll sowohl in der DDR als auch in der BRD erscheinen. Die beiden Autoren treffen sich, besprechen die zu schreibende Geschichte und jeder fertigt seinen Teil des Romans an. Nur die Veröffentlichung scheint zu scheitern. Die DDR stellt sich zunächst quer. 1989 aber ist es endlich soweit und das Buch wird den Lesern zugänglich gemacht.

Zum Inhalt: Die wohlständige Westberliner Unternehmerfamilie Goyatz beantragt einen Besuch in der DDR, da in der dort lebenden Verwandtschaft ein runder Geburtstag zu feiern ist. Am Ende der Feier werden sie gebeten einen weiteren Westverwandten bis zum Grenzübergang mitzunehmen. Dieser passt nun gar nicht in die feine Familie. Nico ist eher der Punk-Szene zuzurechnen und lebt in Kreuzberg. Beim Unternehmersohn Julian werden Erinnerungen an eine Nacht wach, in der ihr Bauwagen von solchen Mitbürgern abgebrannt wurde. Ein Mann stellte sich damals mit ausgebreiteten Armen vor ihren Wagen und hinderte sie am wegfahren. Familie Goyatz beschließt Nico mitzunehmen. Da es noch Nachmittag ist, möchte Frau Goyatz ihre alte Heimat noch einmal erkunden. Julian soll sie nach Petzerow zum Schloß und anderen Aussichtspunkten fahren. Doch sie verfahren sich. Die Gemüter sind erhitzt. Bei einem Wendemanöver geschieht es, Nico steht vor dem Auto und breitet die Arme aus. Julian erinnert sich an die eine Nacht und diese Geste. Er tritt auf das Gaspedal und trifft Nico so schwer, dass dieser bewusstlos wird.

Familie Goyatz gelangt ungehindert in den Westen. Den einen plagen die Schuldgefühle mehr, den anderen weniger. Nico wird im Schwielowsee nackt und tot aufgefunden. Klaus Merks, amtierender Leiter der Mordkommission, untersucht den Fall und muss entdecken, dass die Grenze zwischen Ost und West fest verschlossen ist, auch wenn es sich um die Klärung eines Mordfalls handelt.

Das Buch ist ein spannender Roman aus der Reihe Berliner Mauerkrimis und hebt sich in seiner Einzigartigkeit gleichzeitig von ihnen ab. Er ist nicht nur in der Zeit entstanden, in der er spielt, sondern die Autoren kommen auch noch aus West- und Ostdeutschland. Ein sehr zu empfehlendes Gemeinschaftsprojekt.

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