Buechertitel.de - Bücher Shop

 

tl_files/Scherbenpark.jpg

Scherbenpark
Alina Bronski
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN-13: 978-3462041507
288 Seiten
8,95 Euro*

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:

tl_files/amazon.png

* Preis zum Zeitpunkt der Rezension

oder hier bestellen:

tl_files/weltbild.png

tl_files/bol.png

 

 

 

Rezension von Gina Mayer

Getreu meinem Vorsatz, in diesem Jahr keine Neuerscheinungen, sondern ältere Bücher zu lesen, hab ich mir "Scherbenpark" von Alina Bronski vorgenommen. (Danke für den Tipp, Bianca!) Der Roman ist 2009 erschienen - nicht wirklich alt, okay, aber zumindest nicht mehr richtig aktuell. Mit ihrem letzten Werk "Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche" wurde Alina Bronski für den deutschen Buchpreis nominiert - und nach der Lektüre von "Scherbenpark" bin ich ja versucht, meinen guten Vorsatz gleich wieder zu brechen ... Aber lassen wir das.

Die siebzehnjährige Russin Sascha lebt mit ihren jüngeren Geschwistern in einem Hochhausghetto. Ihre Mutter ist tot, ihr Stiefvater hat sie und ihren Freund aus Eifersucht erschossen. Sascha träumt davon, den Mörder zu ermorden und ein Buch über ihre Mutter schreiben. "Die Geschichte einer hirnlosen rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge älteste Tochter gehört hätte."

Sascha ist hochbegabt - im Gegensatz zu den anderen Jugendlichen aus dem Ghetto geht sie auf ein katholisches Elitegymnasium - sie ist wurzellos und einsam, denn mit ihren Klassenkameraden verbindet sie genauso wenig wie mit den anderen Russen aus dem Block. Dann lernt sie den Journalisten Volker und seinen Sohn Felix kennen und verliebt sich in beide zugleich.

Das macht ihr kompliziertes Leben noch komplizierter, denn Sascha will ja keine Liebe, sondern ist versessen auf Rache. Immer gewalttätiger, immer selbstzerstörerischer werden ihre Ausbrüche - alles scheint auf ein schreckliches Ende hinauszulaufen, aber dann kommt es doch ganz anders.

Das ist die Stärke dieses Romans: Dass die Geschichte immer wieder neue, unerwartete Wendungen nimmt. Sascha ist einfach nicht einzuschätzen. Von ihrer Umwelt nicht und vom Leser erst recht nicht. 

Die Sprache des Romans ist wie Sascha selbst, hart, deutlich, unmissverständlich. Sie packt einen und lässt einen nicht mehr los. Ein tolles Buch.

Ihr Kommentar

Suche

Benutzerdefinierte Suche