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Rezension von Gina Mayer Gestern hab ich auf einer Party einen jungen Nachwuchspolitiker kennengelernt. Er arbeitet im Düsseldorfer Landtag für die CDU, es könnte aber, wie er selbst freimütig zugab, genauso gut die SPD oder die Grünen sein. Irgendwie sind die doch alle gleich, sagte er und lächelte müde. Die Realität hat die Romanszenerie, die Hubert Schirneck in seiner Zukunfts-Politsatire „Smiling Death: Oder die Kunst, lächelnd von einem Tisch aufzustehen“ entwirft, offenbar fast schon eingeholt. Roman Kowalski, der Spitzenkandidat seiner Partei, trifft sich abends mit seinen Konkurrenten zum Bier und die eigentliche Politik machen derweil Sponsoren und Lobbyisten. Dann wird Kowalski seine eigene Vergangenheit zum Verhängnis. In seiner Jugend hat er sich nämlich einmal, ein einziges Mal, wirklich politisch engagiert. Nicht aus Begeisterung oder Leidenschaft - „ihm ging es um den Kick. Er wollte seinen Spaß haben.“ Der Spaß ging aber leider schief, und offensichtlich sind doch nicht alle Mitwisser von damals tot und Kowalski hat ein Problem, das er sich schnell vom Hals schaffen muss ... Das alles hört sich finster an, ist aber nicht nur spannend, sondern auch einfach lustig zu lesen. Nein, Kowalski wächst einem als Held nicht wirklich ans Herz, er ist und bleibt ein erbärmlicher Opportunist. Aber am Ende entwickelt man seltsamerweise doch Mitleid mit ihm in seiner ausweglosen Situation. Doch da schließt sich auch schon der Kreis zum Anfang – beziehungsweise zum Titel. Wie, das sei hier natürlich nicht verraten. Lesen! |
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