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Tod im Hafen



Tod im Hafen
Olaf Büttner
Sauerländer Verlag Düsseldorf, "Sauerländer Thriller"
ISBN-10: 3794170482
ISBN-13: 978-3794170487
149 Seiten
9,90 Euro


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Eine Serie von Tankstellenüberfällen hält die Stadt am Meer in Atem. Als es bei einer der Raubaktionen einen Toten gibt, gerät die ermittelnde Kommissarin unter Druck. Doch ihr Sohn Nils hat eine Spur: Klara aus seiner Schule vermisst ihren Bruder Pit. Sie fürchtet, dass er etwas mit den Überfällen zu tun hat, ja, er könnte sogar der gesuchte Mörder sein! Nils hilft ihr, den Bruder auf eigene Faust zu suchen. Ist Pit doch unschuldig? Wird er als unliebsamer Zeuge von seinen Kumpanen festgehalten? Droht gar ein weiterer Mord? Dann wird tatsächlich ein Toter im Hafenbecken gefunden ... Für Nils und Klara beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit.
Von der "Buchkultur-Krimi-Jury" zu einem der drei besten Krimis der Saison für junge Leser gewählt.
Näheres auf der Hompage des Autors


Leseprobe:
Mit freundlicher Genehmigung von Olaf Büttner.

...Wir gingen runter zum Hafen. Es war schon fast dunkel. Nach dem sonnigen Tag kam jetzt vom Wasser her langsam wieder Nebel angekrochen. Aber es war ein paar Grad wärmer als gestern, fast angenehm ... Ein älteres Ehepaar spazierte langsam an uns vorbei. Sonst war weit und breit kein Mensch zu sehen. Die Frau lächelte freundlich, auch der Mann nickte uns zu. Seine Augen blinkten hinter dicken Brillengläsern. Die beiden redeten nicht miteinander, sie wirkten ausgesprochen friedlich. Überhaupt war hier alles so still wie auf dem Mond. Meine eigene Unruhe nahm ich dadurch noch deutlicher wahr. Der Nebel schluckte die beiden Alten und ich vergaß meine Gedanken.

Rechts von uns dümpelten ein paar runtergekommene Frachtschiffe im dunklen Wasser vor sich hin, links lagen riesige Lagerhallen, die kaum noch genutzt wurden. Es roch dumpf nach Brackwasser und nach dem Qualm, der aus einem abgelegenen Schornstein kam.

Auch wenn dieser Kamin noch rauchte, war doch die goldene Zeit der Stadt lange vorbei. Hier standen nicht nur die Lagerhallen am Hafen leer, sondern auch viele Wohnungen, in welchem Viertel man sich auch umsah. Die Menschen gingen weg, weil es keine Arbeit mehr gab...

...Ein leichter Wind kam auf, dann eine Böe. Eine abgewetzte Plastiktüte wurde durch die Luft gewirbelt. Die Böe erstarb und die Tüte blieb liegen. Niemand würde sie jemals wieder beachten...

...Dann gingen die Straßenlaternen an. Sie leuchteten tiefgelb. Das Wasser glitzerte und kräuselte sich in zitternden kleinen Wellen.

„Ich ruf zu Hause an", sagte ich. „Jetzt sofort." ... Ich stellte mich in den Eingang einer leer stehenden Lagerhalle mit runtergekommenem gelbem Anstrich, holte mein Handy heraus und drückte die Nummer meiner Eltern. Ich war fest entschlossen, mich den Dingen zu stellen ...

... Ich hatte mich gerade halbwegs wieder gesammelt, als ich ein seltsames Geräusch hörte. Es klang wie ein unterdrückter menschlicher Schrei. Ich blieb stehen und lauschte. Das Geräusch wiederholte sich. Wieder war ich nicht ganz sicher, ob es tatsächlich ein Schrei war. Ich konnte auch nicht ausmachen, woher genau er kam. Ich war wie erstarrt.

Nils merkte, dass etwas nicht stimmte, und kam schnell zu mir.

„Was ist?"

„Ich hab was gehört", flüsterte ich. „Aus einer der Hallen da hinten, glaub ich. Vielleicht auch aus dieser hier, keine Ahnung. Jedenfalls klang es wie Schreie. Oder wie ein Jaulen. Ganz seltsam."

„Ratten", sagte Nils, ohne lange zu überlegen. „Ich hab grad da draußen eine gesehen, die ins Wasser gesprungen ist. Die geben manchmal komische Töne von sich. Vor allem, wenn sie miteinander kämpfen." ...

... Ein paar Minuten später war Marlena zurück. Allerdings riss sie nur kurz die Tür auf und verschwand gleich wieder. Verdattert sahen wir uns an. Der Geschirrspüler war noch nicht fertig eingeräumt.

„Ich muss noch mal los!", rief sie in die Küche. Eilig griff sie nach Jacke und Stiefeln. Nils ging in den Flur.

„Was gibt's denn?"

Ich trat hinzu. Marlena schien ziemlich verwirrt. Erst als sie schon bei der Wohnungstür war, drehte sie sich noch einmal um. „Die Kollegen haben eine Leiche aus dem Hafenbecken gefischt."

„Wie bitte?" Nils schien wie vom Donner gerührt. Mir rasten gleich mehrere kalte Schauer über den Rücken. Aus dem Hafen? Da waren wir doch gerade erst ...

... Glücklicherweise war die Leiche schon mit einer Plane bedeckt worden. Mir reichte das alles auch so schon. Marlena hob die Abdeckung an und schaute darunter. Ein Polizist in Zivil kam auf sie zu und schüttelte ihr die Hand ...

... „Ihr habt also auch niemanden gesehen?", fragte schließlich Remmers. „Nichts, das uns irgendwie weiterbringen könnte?"

„Glaub nicht", meinte Nils und warf mir einen fragenden Blick zu. Ich schüttelte den Kopf. Alles was mir einfiel, waren die beiden Alten.

„Und die Ratte", meinte Nils nebenbei. „Aber die war es sicher nicht."

Die Ratte, natürlich! Die merkwürdigen Geräusche, die ich gehört hatte. Nils erinnerte sich nicht sofort...





Ihr Kommentar

Kommentar von Heimo Gunther | 29.01.2013

Hört sich ziehmlich cool an. Waren ihre Vorfahren Wikinger? (wegen des namesns

Kommentar von kk | 18.11.2013

ich mag dieses buch :)
Gut zum LESEN und extrem SPANNEND

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