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Verborgene Spuren der Geschichte

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  Mark Bredemeyer

Mark Bredemeyer, geboren 1971 in Bremen, wuchs im niedersächsischen Weyhe-Leeste auf. Nach seinem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen, um dann für eine internationale Unternehmensberatung als IT-Berater tätig zu werden. Mit dem Verfassen der mehrteiligen Runenzeit-Saga hat sich der Autor einen lange gehegten Traum erfüllt. Heute lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern in Stuhr-Fahrenhorst, südlich von Bremen.

Aktuelle Infos immer unter: www.runenzeit.de

 

Verborgene Spuren der Geschichte

VON MARK BREDEMEYER

Die Spuren einer wechselhaften und äußerst lebendigen Vergangenheit liegen tief unter unseren Füßen verborgen in der Erde. Bei einer Vielzahl von Bauprojekten werden entsprechende Zeugnisse zu Tage gefördert - seien es Siedlungsspuren, Überbleibsel längst vergangener Konflikte oder schlicht die Überreste einer Mahlzeit, bestehend aus Tierknochen und verkohlten Holzresten. Je weiter die Epochen zurückliegen, aus denen diese Spuren stammen, umso weniger wissen wir von den Menschen, die diese hinterlassen haben. Denn natürlich erzählen sie nichts vom Denken und Fühlen der Verursacher, von ihren Sorgen und Nöten, von den Göttern und Geistern, die ihnen etwas bedeuteten oder ihren Hoffnungen und Wünschen. Trotzdem gibt es vereinzeltes spärliches Wissen, zumeist über bestimmte, besonders bewegte Epochen und vor allem, wenn Beobachter aus einem Volk mit einer lebendigen Schriftkultur zugegen waren.

Eine für mich persönlich außergewöhnlich spannende Epoche ist die so genannte frühe Römische Kaiserzeit, insbesondere das Prinzipat des Augustus (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) im Norden dessen, was heute als Deutschland bezeichnet wird. In den beinahe schon sagenhaften über 40 Jahren der Herrschaft des Augustus haben nämlich einige wichtige, die folgenden Jahrhunderte prägenden Ereignisse zwischen Rhein und Elbe stattgefunden. Seine Armeen haben über Jahrzehnte mehr oder weniger erfolgreich versucht, dem Römischen Imperium eine neue Provinz ›Germania‹ einzugliedern, die sich bis hin zur Elbe erstrecken sollte. Dass dies nicht nur mit freundlichen Worten gegenüber den einheimischen germanisch- und keltischstämmigen Ureinwohnern geschah, liegt auf der Hand. Spuren der vielen Eroberungszüge der augusteischen Truppen und seines Nachfolgers Tiberius liegen zumeist nur etwa einen halben Meter unter dem heutigen Erdboden - trotzdem gut verborgen für unser Auge.

Viele Völker und ihre Anführer, deren Namen heute nur durch besagte Geschichtsschreiber und einige Militärhistoriker überliefert sind, wurden vertrieben, vernichtet oder besiegt und unterworfen. Einige schlossen Verträge mit Rom und retteten sich so vor dem sicheren Untergang; andere waren für die Römer von strategischer Bedeutung oder schlicht wegen ihrer Fähig- und Fertigkeiten, zum Beispiel im Reiten oder Kämpfen, von besonderem Nutzen. Sie dienten in der römischen Armee und brachten es hin und wieder sogar zu großem Ruhm und Ehre.

Erfahre ich durch die Presse oder Medien von solchen Funden, wird unweigerlich meine Fantasie angeregt. Wer hat diese Spuren verursacht? Was hat der Hinterlasser gedacht, gefühlt, woran geglaubt? Wie sah es an diesem Ort zu jener Zeit aus? Und schon habe ich das Bild einer rauen, urwüchsigen Landschaft vor Augen, bewachsen mit majestätischen Buchenurwäldern, moos- und flechtenüberwuchert, durchzogen von zahlreichen Rinnsalen, Bächen und Flüssen; riesige, nach der letzten Eiszeit zurückgelassene Steinfelder - eben eine noch nicht vom Menschen bis in den äußersten Winkel hinein geformte und der Landwirtschaft angepasste Landschaft. Eine Welt, in der ein übermächtiger Feind - militärisch und taktisch den einheimischen Bauernvölkern weit überlegen - drohend wie ein Damokles-Schwert über dem eigenen Schicksal hängt; wo selbst benachbarte Sippen und Stämme feindlich gesonnen sein können, aus welchen Gründen auch immer ...

Jeder, der für derart ausschweifende Gedanken eine gewisse Affinität hat, wird sich im nächsten Moment unweigerlich fragen: Wie wäre es mir in einer solchen Welt ergangen? Welche Dinge des modernen Alltags, welches Wissen aus der heutigen Zeit könnten und würden mir nützen in einer solchen Welt? Was sind eigentlich meine ganz persönlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten? Wie hoch wäre meine Überlebenschance?

Diese zwar nicht neuen, dennoch aber stets aufs Neue faszinierenden Gedankenspiele sind die Grundlage und die Keimzelle für das Entstehen der Runenzeit-Trilogie. Ein Student, seine Freundin und ein heruntergekommener Ex-Soldat werden, zuerst ohne Kenntnis voneinander, durch einen mysteriösen Feuersturm in eben jene unruhige Epoche zurückgeschleudert. Sie finden sich nicht an einem besonders spektakulären Ort der Antike wie Rom, Alexandria oder Athen wieder. Nein - sie befinden sich im Jahre 1 mitten im Stammesland des germanischen Bauernvolkes der Chauken, umgeben von feindlich gesonnenen Langobarden, Friesen und Angrivariern; Völker mit eigenen Kulturen und Bräuchen, außer ihrer Sprache eint sie nichts. Ausgedehnte Moore, Buchenurwälder, verstreut siedelnde Bauern in Langhäusern - eine solche Welt entspricht wohl eher den Realitäten des antiken Nordens. Die Geschichte und die Gegebenheiten jener alten Zeit werden nicht an fernen Orten greifbar gemacht, sondern direkt vor unserer Haustür. Dabei ist sie nicht weniger spannend - denn die politischen und militärischen Unruhen, verursacht durch den Besatzungsdruck der Römer, sind bis in diese fernste Provinz deutlich spürbar. Auch spielt ausnahmsweise mal nicht die Varusschlacht die zentrale Rolle in dieser mit Fantastikelementen versehenen Germanensaga - wobei die Saga sowieso ihre ganz eigene Erklärung dafür findet, wie der aus heutiger Sicht immer noch unglaublich erscheinende umfassende Sieg der lockeren Stammeskoalition über die drei hochgerüsteten Legionen des Varus überhaupt gelingen konnte.

So erzählt die Runenzeit-Saga eigentlich drei Geschichten: die vom Kampf gegen den Untergang einer uralten Welt, die des Studenten Leon, der vom Stamm der Chauken aufgenommen wird, seinen Platz bei diesem heute fast schon vergessenen Volk findet und dem es nicht vergönnt sein soll, einfach nur in Frieden mit seiner großen Liebe Frilike zu leben sowie die vom Aufstieg des Befreiers der bedrohten Stämme: Arminius, Fürst der Cherusker. Teil 1 ›Runenzeit - Im Feuer der Chauken‹ ist im Zaria Prophetia Verlag erschienen und bereits im Handel erhältlich. Teil 2 ›Runenzeit - Krieg um Germanien‹ und Teil 3 ›Runenzeit - Der Aufstieg des Arminius‹ folgen im Mai und September diesen Jahres.

Mark Bredemeyer, Februar 2010

 

Veröffentlichung:

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Runenzeit: Im Feuer der Chauken
Verlag: Zaria Prophetia Verlag
ISBN-10: 3941511041
ISBN-13: 978-3941511040
432 Seiten
15,95 Euro

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:

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Klappentext:

Der Student Leon Hollerbeck entfesselt in seinem alten Kamin ungewollt einen mysteriösen Feuersturm, der ihn in das Jahr 1 zurückschleudert. Anfangs zutiefst verzweifelt, doch dann kämpferisch, will er in dieser gnadenlosen und fremdartigen Welt überleben - und wird vom Stamm der Chauken aufgenommen. Als Chauke ‚Witandi' wehrt er sich gegen machtgierige Römer und grausame Langobarden und beweist Mut und Tapferkeit. Doch schon bald stellt er fest, dass er offenbar nicht der einzige Zeitreisende ist. Bei einem Überfall der Römer auf eine Versammlung der Germanen hört er Schüsse und findet sogar Patronenhülsen! Witandi macht eine erschütternde Entdeckung ...

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