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Von den ersten Ideen zu dem Roman "Die rote Johanna von Kaysenheim"



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Alexander Benra, Jahrgang 1966, schreibt seit seiner Teenagerzeit. Erste Veröffentlichungen seit 2001. In der Vergangenheit hat er vor allem Kinderbücher geschrieben. Nach dem satirischen Ratgeber "Personal Guide zur Traurigkeit" einer modernen Anleitung zum Unglücklichsein, hat er mit "Die rote Johanna von Kaysenheim" seinen ersten Roman veröffentlicht. Weitere Informationen zu ihm gibt es auf seiner Autorenhomepage (http://www.alexanderbenra.de) sowie in seinem Weblog (http://www.benra.de) und (http://www.kaysenheim.de). Neben dem literarischen Schreiben schreibt er auch journalistisch für das Online-Magazin http://www.suite101.de.




Von den ersten Ideen zu dem Roman "Die rote Johanna von Kaysenheim"


VON ALEXNDER BENRA

Von den ersten Ideen zu dem Roman "Die rote Johanna von Kaysenheim" bis zu seiner Veröffentlichung im Jahre 2009 vergingen rund neun Jahre. 
Es war in einem Urlaub auf der griechichen Insel Rhodos, in dem wir im Morgengrauen von um die Wette krähenden Hähnen geweckt wurden. 
Die waren so laut, die hätten Tote aufwecken können, dachte ich mir damals. 
So kam der Gedanke einen Roman  über ein Tier, das Tote erwecken kann, zu schreiben. Aus dem Hahn, einem schrecklich unmystischen Tier, wurde ein Rabe (schon ein bisschen besser) und schließlich ein schwarzer Falke, dessen Fähigkeiten dann an den ägyptischen Gott Horus anknüpfen. 
Wie würde die Umgebung auf jemanden reagieren, der ein Tier mit einer solchem Macht besitzt? Einige Jahrhunderte vor unserer Zeit wäre die Besitzerin eines solchen Tieres als Hexe verfolgt worden.
So ergab sich die Zeit, in der die Geschichte angesiedelt werden sollte, sozusagen aus den Konflikten, die durch ein Tier mit ungewöhnlichen phantastischen Fähigkeiten ergeben.
Noch interessanter war für mich aber die Frage, wie jemand mit einer solchen Macht über Leben und Tod umgeht.
Ohne dass ich in den Anfängen des Romans diesen Begriff aus den Schreibanleitungsbüchern kannte, ergibt sich aus der Beantwortung dieser Frage die sogenannte "Prämisse des Romans".  Letztlich geht es um die Moral, etwas nicht zu tun, obwohl man die Macht dazu hätte. 

So gesellte sich zu dem Falken, der vorher ein Rabe und davor ein Hahn gewesen war, eine weibliche Heldin, die mit diesem Problem konfrontiert wird. Ich gab ihr den Namen "Johanna" - weil ich nicht lange davor den Bestseller "Die Päpstin" gelesen hatte. Ein geradliniger Erzählstrang wird, wie ich nach vielleicht zweihundert Normseiten feststellen musste oft, leicht etwas langweilig. So entstand - wieder ohne dass mir der Begriff aus den Schreibanleitungsbücher bekannt war - der Antagonist, der sich auf die Spur der Hexe setzt und im Laufe des Romans eine Entwicklung durchmacht. Er ist eigentlich ein "Hexenjäger", beginnt aber - beeinflusst von der Cautio Criminalis an dem Sinn der Hexenjagd zu zweifeln.

Ein historischer Roman?
Verlage, vor allem die größeren, haben ihre Programm-Plätze und ihre Schubladen, in die ein Manuskript eingeordnet werden muss. Am ehesten passt noch das zur Zeit immer noch populäre Genre des "Historischen Romans" zu dem Kaysenheim Roman.
Aber er bricht schon im Titel mit einem Tabu des Genres:   Einen Ort Kaysenheim - so realistisch er auch klingen mag - gibt es nicht und hat es nie gegeben. Das bedeutet nicht, dass das Umfeld des Romanes nicht recherchiert wäre. In dem Buch stecken  Anspielungen auf tatsächliche Ereignisse und Personen. Die Zweifel des Hexenjägers werden etwa durch die "Cautio Criminalis" genährt, jene Streitschrift des Friedrich Spee gegen die Folter. Eine Einsiedelei ist der Felseneremitage bei Bretzenheim nachempfunden. Der Narr Simplicius spielt natürlich an den Simplicissimus von Grimmelshausen an. 
Der nächste Punkt, der nicht in das gängige Schema eines historischen Romans passt, ist die Hauptfigur, die durchaus auch "böse Dinge" tut, zum Beispiel einen Großbrand legt. Johanna ist eine Protagonistin, die sich unvernünftig, gemein und ungeschickt verhält. Sie ist weder besonders intelligent noch außergewöhnlich emanzipiert.

Zu einem gewöhnlichen historischen Roman passen auch die phantastischen Elemente nicht   
Es wird hier jemand als Hexe verfolgt, der tatsächlich - wenn auch ohne eigenes Zutun - durchaus auch "bösen" Zauber ausüben kann.
Wie aus dem Manuskript ein Buch wurde.
Es war ein sehr sehr langer Weg. Anders als vielfach empfohlen, lief das eigentliche Schreiben ungeplant und ungeplottet ab. Die rote Johanna nahm mich mit auf ihre abenteuerliche Reise im Dreißigjährigen Krieg. Als sie im Jahr 2000 begann, wusste ich als Autor selbst noch nicht, wohin diese Reise führen sollte, etwa, dass ein Antagonist auftaucht, der die Verfolgung der Heldin aufnimmt, die beiden sich begegnen und sich dabei nicht einmal unsympathisch sind. Die Figur des Narren, der manche Wahrheiten sagt und mit seinen psyischen Verletzung durch die lange Kriegszeit, eigentlich eine  traurige Gestalt ist, ergab sich als Gefährte der Heldin ab einem gewissen Punkt von selbst.

Ich erhoffe mir, dass die Leserinnen und Leser nach der Lektüre sagen:  
Das war ein wirklich merkwürdiges und spannendes Buch!

Mit dem Manuskript konnte ich einen durchaus bekannten und renommierten Agenten überzeugen, aber nicht die großen Verlage, die das Genre-Mischmasch und die vielleicht enttäuschen Erwartungen der Leserinnen und Leser an die üblichen historischen Romane nicht riskieren wollten.  
Interesse hatten dann Verlage im Bereich Phantastik. 



Veröffentlichung:

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Die rote Johanna von Kaysenheim

Verlag: Twilight-Line GbR
ISBN-10: 3941122320
ISBN-13: 978-3941122321
152 Seiten
13,59 Euro

Das Buch bestellen bei:
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Klappentext:

Diese phantastische Erzählung aus der Feder des Autoren Alexander Benra entführt den Leser in die wirren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, in
denen Aberglaube, religiöser Eifer und die Furcht vor dem Tode ein Teil des Lebens waren. Es war die Zeit der Inquisition, der brennenden Scheiterhaufen und der Angst vor Hexen und Hexerei.
In diese Welt wird das Mädchen Johanna geboren, deren Mutter bei ihrer Geburt stirbt. Im Alter von 13 Jahren findet sie im Hühnerstall ein schwarzes Ei, aus welchem ein mächtiger schwarzer Falke schlüpft. Diese Begegenung sollte von nun an ihr Leben prägen. Bei einem Überfall von Landsknechten auf das Städtchen Kaysenheim kommt es zur Katastrophe, welche darin mündet, dass diese beschauliche Stadt in Flammen steht
und viele Todesopfer fordert. Als Ursache wird die Hexe mit dem schwarzen Falken bezichtigt, welche aus dem Orte fliehen muss. Auf ihren Fersen sitzt indes der mächtige Hexenjäger Paulus...
Auf ihrer Flucht bis in die Domstadt Speyer trifft diese auf eine Reihe von Personen: Einem homosexuellen Gaukler, einem wunderlichen Einsiedler, einem jüdischen Künstler, einen Rabbiner und seiner Frau und einer merkwürdigen Gruppe von Schaustellern.

Doch alle Beteilgten scheinen durch ein magisches Band verbunden zu sein, über dem letztendlich der schwarze Falke - gleich einem Dämon oder Gott - schwebt. Nichts ist wie es scheint, und jede Münze b esitzt zwei Seiten...

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