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Wie ich meine Ideen für Kindergeschichten finde?

 

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Fritzi Bender, verheiratet, wurde 1972 in Berlin geboren. Sie ist mit Hingabe Kinderbuchautorin, Komikerin, Klinikclownin, Logopädin und seit 2005 auch Heilpraktikerin für Psychotherapie. Zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen zählen neben dem Schreiben auch Tanzen, Singen, Musizieren, Lesen und ihre Freunde.

Fritzi Bender wird demnächst als Autorin im Rahmen des Projektes Werkproben Leseförderung NRW mit Ihrer Lesung "Balduin bleibt grün" gefördert.
Das Projekt Werkproben ist ein Förderprojekt des NRW KULTURsekretariats: www.nrw-kultur.de und des Kultursekretariats NRW Gütersloh: www.kultursekretariat.de.
Mehr dazu in Kürze hier: http://www.kultursekretariat.de/index.php?werkproben

Mehr Infos gibt es auf der Autorenhomepage.

Foto: © Martin Huch

 

 

Wie ich meine Ideen für Kindergeschichten finde? Ganz einfach: Ich liebe Kinder!

VON FRITZI BENDER

Ich habe zwei großartige Nichten und ein entzückendes Patenkind... und ich muss außerdem zugeben, dass ich auch selber noch sehr „verspielt" bin. Geschichten habe ich eigentlich schon immer geschrieben - also natürlich erst, seit ich schreiben kann.

Die Idee für die Geschichte vom Balduin kam mir, als ich mich gerade intensiv mit dem Thema „meine eigenen Eltern und ich"  und „die Beziehung von Eltern und Kind im Allgemeinen" auseinandergesetzt habe. Da ich lange als Logopädin in einer Praxis gearbeitet habe und daher oft mit Missverständnissen zwischen Eltern und Kindern konfrontiert wurde, war das einfach ein wichtiges Thema für mich, welches mir nicht aus dem Kopf ging.

Ich habe mich gefragt, wieso sagen Eltern  - oder sagt man überhaupt als Erwachsener (oder als Logopädin, Tante, Patentante ...) - so oft „Weil man DAS eben SO macht!"  oder auch: „DAS macht man einfach NICHT!"?  Ich glaube, Kinder sind bis zu einem gewissen Alter tatsächlich sehr zufrieden mit diesen Antworten. Aber irgendwann stellen sie sich die Frage: „Ja, aber warum macht man DAS eigentlich SO (oder eben NICHT)?". Und sie wollen verstehen, warum sie etwas nicht dürfen oder eben genau so machen sollen. Und ich glaube Eltern  erklären nicht „Warum man das eben so macht!", weil sie ja wissen warum und es daher auch gar nicht „in Frage stellen". So entsteht schnell Frust zwischen den Generationen, obwohl keiner in dem Moment weiß warum. Ich wollte eine leichte Art und Weise finden auf diese Thematik hinzuweisen, ohne wirklich ein Problem daraus zu machen. So ist dann die Geschichte über den Chamäleonjungen Balduin entstanden, der sich nicht verfärben möchte, solange man ihm nicht sagt, warum er das tun soll.

Denn oft gibt es gute Gründe dafür, warum man DAS eben SO macht oder warum man DAS einfach NICHT macht. Manchmal gibt es aber auch keine guten Gründe und dann kann man als Erwachsener etwas von den Kindern lernen. Ich muss gestehen, ich habe wirklich viel von meinen Nichten und meinem Patenkind gelernt... warum man manchmal besser laut streitet, als diplomatisch herumzudoktern.... warum es oft besser ist direkt die Wahrheit zu sagen oder das eigene Bedürfnis zu äußern, als unangenehm für alle Beteiligten drum herum zu drucksen... dass es sich manchmal auch lohnt etwas zu riskieren, anstatt übervorsichtig zu sein... usw. usf.

„Balduin bleibt grün"  ist die bisher erste Geschichte meiner ganzen Geschichten, die auch ein Buch geworden ist.

Und die häufigste Rückmeldung der „großen Leser" zu dieser Geschichte ist: „Hab ich echt bei vielen Sachen, die ich so sage oder mache noch nie darüber nachgedacht, warum man das so macht oder auch nicht macht, weil mir das ja selber total klar ist."

Und über die „kleinen Leser" sagen die „großen Leser":

„Man, Fritzi, jetzt fragen meine Kinder (meine Nichten, meine Enkel, meine Patenkinder etc.) andauernd WARUM! Das ist echt unglaublich! Und manchmal auch unglaublich nervig!"

Und dann grinsen sie, schließlich ist das gut, wenn die Kinder fragen stellen. Ja, ich weiß, wenn sie es andauernd tun, kann das schon auch anstrengend sein. Aber es wird ja auch wieder weniger - ganz bestimmt!

Ich denke, dass ich genau den richtigen Nerv getroffen habe, wenn das Buch ein wenig die Weltsicht auf beiden Seiten, auf der Seite der Kinder und auf der Seite der Erwachsenen, verändert. Das zumindest ist mein Herzenswunsch.

Charlotte Hofmann, die das Buch illustriert hat, wurde mir von meinem Verlag vorgeschlagen. Ich fand all´ ihre Arbeiten, die sie bis dahin für den Verlag gemacht hatte, total klasse. 

Ich bin kein besonders visueller Mensch daher hatte ich nur eine sehr vage Vorstellung davon, wie der Balduin und seine Freunde letztendlich aussehen könnten - aber ich konnte mir gut vorstellen, dass die Charlotte das super umsetzen wird. Und Charlotte hat wirklich eine fantastische Arbeit geleistet. Sie hat sich mit einem Chamäleonzüchter getroffen und hat dort die Chamäleons genau beobachtet. Außerdem hat sie sich darüber informiert, wo und wie sie in freier Wildbahn leben. Dass Balduins Welt eine Baumlandschaft wurde, war Charlottes Idee. Chamäleons leben nämlich vorzugsweise auf Bäumen. Auch die Farben, die sie gewählt hat und ihre Fähigkeit die „Gesichter" der Chamäleons so lebendig ins Leben zu rufen, fand ich einfach nur genial. Charlotte und ich haben uns witziger Weise noch nie persönlich getroffen.

Allerdings habe ich gehört, dass es bei Verlagen durchaus üblich ist, dass man als Autor sein Manuskript dem Verlag überlässt und dann der Verlag den Illustrator auswählt und man erst am Ende sozusagen das fertige Buch sieht. Als Autor hat man also meist mit dem Illustrator gar keinen Kontakt. Charlotte und ich hatten da sehr viele Freiheiten durch den Verlag: wir haben uns gemailt - anfänglich über den Verlag und später auch direkt und inzwischen telefonieren wir auch gelegentlich.

Ansonsten verbringe ich viel Zeit damit und habe immer schon recht viel Zeit damit verbracht, Geschichten zu schreiben. Meistens haben die Hauptcharaktere, die vorzugsweise Tiere sind, etwas mit mir selber zu tun. Denn ich glaube mein - ich nenn das mal - „inneres Kind", hat viel erlebt und es kennt sich gut aus mit Gefühlen und Ängsten und es möchte dabei immer gerne beide Seiten sehen, die eigene - also kindliche -  und die der Erwachsenen. Dabei soll natürlich mein Humor und die Komik nicht zu kurz kommen - schließlich bin ich hauptberuflich inzwischen Komikerin und entdecke und begegne immerzu neuem „Stoff" für tolle Geschichten.

Ich hoffe, dass noch viele meiner Ideen zu Büchern werden und ich freu mich jetzt schon darauf, damit großen und kleinen Lesern Spaß zu bereiten, genau wie mit dem Balduin.

Copyright Fritzi Bender, Bochum, 28.Juli 2010

 

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Balduin bleibt grün
Fritzi Bender
Verlag: Ivy-Verlag
ISBN-10: 3940007099
ISBN-13: 978-3940007094
28 Seiten
16,80 Euro

Bestellen bei:

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oder Buchhandlung Fr. Stritter

Balduin bleibt grün
Text und Idee: Fritzi Bender
Illustration: Charlotte Hofmann
Bilderbuch ab 3 Jahren

Klappentext:

"Aber warum denn?", frage ich nochmal. Nun sagt auch Tim: "Meine Eltern sagen auch, dass man das als Chamäleon eben so macht." Jetzt wollen sogar meine Freunde, dass ich mich verfärbe. Aber eigentlich finde ich das doof, dauernd die Farbe zu ändern. Vor allem, weil mir keiner sagt, warum. Und daher beschließe ich, dass ich mich nicht mehr verfärbe, solange ich nicht weiß, wieso.

Eine Geschichte, die Mut macht, nach dem Warum zu fragen.

Seit Frühjahr 2009 im Ivy-Verlag erschienen und ist ab jetzt auch dort und im Handel erhältlich.

ISBN 978-3-9400-0709-4

Copyright, Ivy-Verlag, Bottrop, 2009

 

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