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Zur Entstehung von „Das Gedächtnis der Lüge“




Rebecca Abe ist 1967 geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin in München, lebt sie als freiberufliche Illustratorin und Schriftstellerin am Starnberger See. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

„Das Gedächtnis der Lüge", ein tragikomisches Familiendrama, ist ihr erster Roman.

Zur Internetseite von Rebecca Abe: www.r-abe.de

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Zur Entstehung von „Das Gedächtnis der Lüge"

VON REBECCA ABE

Als Fan der Sendung „Kulturzeit" auf 3sat sah ich 2001 einen Beitrag über die Geburtshäuser der Nationalsozialisten, die sog. „Lebensborn-Heime". In einem schwarz-weiß Film wurden wimmelnde Säuglinge auf einer Art Servierwagen gezeigt, dann Schwestern mit Häubchen, die ebenso viele Babys auf einem Tisch versorgten. Geburtshäuser im Dritten Reich, davon hatte ich noch nie gehört. Sollte es wirklich etwas so Positives gegeben haben?  Ich begann zu recherchieren, kontaktierte Helga Kahrau, die im Lebensbornheim Steinhöring geboren worden ist. Sie besuchte mich und gab mir einen ersten Einblick. Ich las alle Sachbücher zum Thema und recherchierte im Internet. Natürlich stellte sich heraus wo der „Haken" im Lebensbornheim war: unter strengster Geheimhaltung durften zwar dort auch unehelich Schwangere entbinden, aber nur wenn sie „rassisch" rein waren. Durch Vertuschung und Aktenvernichtung waren bei Kriegsende plötzlich viele Kinder ohne Identität.

In Dutzenden Gesprächen mit meinem Mann formete ich einen Plot für einen Roman, der sich in den nächsten sieben Jahren weiterentwickelte. Bislang hatte ich nur sehr verknappe Kurzgeschichten geschrieben (zwei wurden in Anthologien veröffentlicht: „Tatort Berg", Vertigo Verlag und „Ersatzlos Gestrichen", Podium Verlag) und tat mir schwer episch zu erzählen.  X-Mal wollte ich das Roman-Ding verbrennen oder sonst wie loswerden, ich glaubte, es nicht zu schaffen. Doch nach wenigen Tagen holten mich immer die Figuren zurück an den Schreibtisch, vor allem Maria Ringhofer (meine Antagonistin im Roman) plapperte mir auch nachts die Ohren voll. Sie hätte ja noch soooo viel zu sagen...

Dass der türkische Schreiner, Miriams Freund, aus München-Haidhausen, im Roman Orhan heißen musste, stand von Anfang an fest, lange bevor Orhan Pamuk berühmt wurde, mochte ich seine Bücher.

Miriam, die Hauptfigur ist eine Schneiderin und ich besuchte Yovanka Gajin und befragte sie zu ihrem Beruf, die die Änderungsschneiderei in Wirklichkeit in München-Haidhausen betreibt.

Ich fuhr natürlich auch nach Steinhöring (genau wie Miriam im Roman) mit dem Zug und recherchierte an dem Ort, wo das erste und letzte Lebensbornheim stand. Behinderte Kinder wurden wie überall im Dritten Reich auch in den Lebensbornheimen, wo die SS arische Menschen „züchten" wollte, umgebracht. Heute ist an der Stelle, Ironie der Geschichte, eine Wohnanlage für Behinderte Menschen.

Kurz vor Fertigstellung des Romans reiste ich nach Norwegen und lernte ein weiteres „Lebensbornkind" (wie sich die in den Heimen geborenen selbst nennen) kennen: Die norwegisch-deutsche Kikki Skjermo. Ihre Erlebnisse berührten mich sehr und bereicherten die Geschichte. Die Familie Debrunner-Jensen bei der ich in Oslo ein Zimmer nahm, lieferte mir weitere Insidertipps, auf die ich nie gekommen wäre. Auf den Spuren von Edvard Munch „wandelte" ich in Oslo und Umgebung, schließlich ist er der Lehrmeister von Tonka (meiner dritten wichtigen Figur).

Da ich Illustratorin bin und meine zweite Leidenschaft (neben dem Schreiben) das Zeichnen ist, entwarf ich die „Geschichtenborte", auf der Tonka im Roman ihr Leben zeichnet. Sie ist nach und nach auf meiner Website zu sehen: www.r-abe.de , sowie auch weiteres Bonusmaterial und eine Leseprobe.

Wer sich über den Lebensborn weiter informieren möchte, findet hier einen Artikel von mir: www.shoa.de/content/view/183/41/

Ich freue mich über jede Rückmeldung und wünsche hoffentlich angenehme Lesestunden mit meinem ersten Roman.


 

Veröffentlichung:


Das Gedächtnis der Lüge
Verlag: Skalding
ISBN-10: 3940695025
ISBN-13: 978-3940695024
264 Seiten
14,80 Euro


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Klappentext:

Eine Familie, in der nichts ist, wie es scheint.
Ein Lüge, die langsam in Vergessenheit gerät.
Und eine Vergangenheit, die dunkler nicht sein kann.
Miriam ist vierzig und schwanger, als sie beginnt, die Geschichte ihrer Familie zu hinterfragen.
Wohin verschwand die Mutter, als Miriam drei Jahre alt war? Warum ließ der Vater das kleine Mädchen bei der allzu strengen Großmutter zurück? Welche Verbindung hatte die Großmutter zum nahen Lebensbornheim, und welches Geheimnis nahm sie mit ins Grab?
Die Vergangenheit, die gemeinsame Geschichte unserer Familie, bestimmt unsere Identität. Miriams Weltbild gerät ins Schwanken, als sie mehr über ihre Herkunft erfährt. Jetzt will sie endlich erfahren, wer sie wirklich ist.


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